nova scotia  06.2011

anreise  

15. juni 2011. ein letzter blick auf see und berge. unsere nachbarin anny wartet bereits. sie fährt uns samt gepäck, hündin gandra und kennel zum flughafen zürich.

beim check-in wird geprüft, ob gandra in der transportbox genug platz hat. kurz vor dem start der air canada maschine rennt rosmarie nach vorne und will wissen, ob sich unser hund an bord befindet. die flugbegleiterin fragt den captain. ja, der hund ist an bord und der frachtraum auf 18 grad geheizt.

in toronto nehmen wir gandra beim sperrgutschalter entgegen. der angestellte ermahnt uns mehrmals: öffnet den kennel unter keinen umständen bis ihr den zoll passiert habt. wir treffen auf einen jungen, ehrgeizigen immigration officer mit strengem blick. was führt euch nach kanada? wir sind touristen, wollen unseren camper in halifax abholen und durch kanada reisen. wie lange? 6 monate. waas? wie könnt ihr solange von euren arbeitsstellen fernbleiben? wir sind rentner. ungläubig schaut der officer rosmarie an und dann fritz. ich will die rückreise-tickets sehen! es gibt nur electronic tickets. dann halt das reiseprogramm. auf der bestätigung vom reisebüro sind hinflug, 1 hotelübernachtung und rückflug aufgeführt. der officer ist zufrieden und stempelt unsere pässe. ein erstes lächeln. ihr dürft 6 monate in kanada bleiben. leider kann ich euch nicht mehr bewilligen. er wünscht uns einen schönen aufenthalt.

beim zoll sagt die nette dame: bitte den kennel nicht öffnen. trotz ihrer starken kurzsichtigkeit kann sie zum glück auf 5 meter entfernung sofort erkennen, dass gandra gesund ist. im pet passport (heimtierausweis) findet sie die bestätigung einer noch gültigen tollwutimpfung. sie entschuldigt sich, dass sie für diese „inspection“ CAD 33.90 verlangen muss.

wir schnappen kurz frische luft und geben gandra beim inland-sperrgutschalter ab. nach zwei weiteren flugstunden landen wir sehr unsanft in halifax. die ersten paar taxifahrer weigern sich, einen hund zu transportieren. das taxi am ende der schlange fährt vor und wir werden zum hotel in downtown chauffiert.

am nächsten tag gehen wir zu fuss zum spediteur. dort ist schon alles vorbereitet. zum zoll sind es nur ein paar schritte. die grossgewachsene, hagere zollbeamtin mit rastafrisur informiert uns in ernstem tonfall und mit erhobenem zeigefinger: wenn ihr mehr als 6 monate in kanada bleibt, wird das auto konfisziert. dann stempelt sie alles ab. im hafen übergeben wir die papiere und dürfen sofort zu unserem auto. wir räumen alles ein und fahren los. seit dem verlassen des hotels sind nur zwei stunden vergangen.

   

nova scotia  

nova scotia – canada’s ocean playground – steht auf den einheimischen nummernschildern. wir sind gespannt. 17 jahre lang schiebt rosmarie den besuch ihrer jugendfreundin maeggie in nova scotia hinaus. im märz kündigen wir unseren trip an. wir freuen uns alle riesig auf ein wiedersehen. maeggie kann anfang juni unerwartet ihr haus verkaufen und fliegt zurück nach europa als wir in halifax eintreffen. es ist kaum zu fassen.

fazit: nichts hinausschieben und „sabbatical“ tönt viel seriöser und glaubwürdiger als „retired“.

den meisten schweizern ist peggy’s cove ein begriff. hier stürzt 1998 eine swissair maschine ein paar kilometer vor der küste ab. ein schlichtes memorial erinnert an die 229 menschen, die hier ihr leben verloren haben. die malerische küste ist eine riesige glatte felslandschaft. der rötliche granit erscheint im sonnenlicht noch farbiger. der leuchtturm am ende der strasse ist eines der meist fotografierten sujets von nova scotia. das tut dem idyllisch-rauhen charme dieses noch ursprünglichen fischerdorfes keinen abbruch.

wir übernachten oft in provincial parks. hier hat man einen campsite so gross wie eine einfamilienhausparzelle mit picknicktisch und feuerstelle für sich alleine – meersicht inbegriffen.

doch in den riesigen supermärkten stossen wir an unsere grenzen. käse und milchprodukte gibt es jeweils in vier verschiedenen fettstufen. wer schon ein 0%-fett yoghurt gegessen hat, den schaudert allein der gedanke daran und non-fat cheese wollen wir gar nicht erst versuchen. der vollfette orange canadian cheddar cheese ergibt übrigens ein ausgezeichnetes raclette. funktioniert prima mit dem emmi candle-light raclette-öfeli.

bei cape split ist die engste stelle der bay of fundy. hier erreicht der tidenhub werte von bis zu 16 m. ein 8 km langer wanderweg führt zu diesem magischen felsen. es soll viele indianische legenden geben, die sich um die kraft der gezeiten und edelstein-vorkommen ranken. wir staunen, mit welcher wucht das wasser in minas basin fliesst und spüren, dass hier ein kraftort ist.

im cape breton highlands national park ist uns das wetter nicht mehr wohlgesinnt. wir fahren zum hafen von north sydney und wollen uns nach überfahrtsmöglichkeiten nach neufundland erkundigen. wir haben keine reservation und das check-in ist bereits geschlossen. die dame am schalter ist hell begeistert von unserem fahrzeug. plötzlich setzt sie alle hebel in bewegung, damit wir noch auf die fähre können, die in einer halben stunde ausläuft. schneller als geplant sind wir auf hoher see und wissen nicht einmal, welchen hafen wir überhaupt ansteuern.


06.2011
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StepMap 06.2011