einreise in die usa - mount rainier - mount st. helens - pendleton - craters of the moon - yellowstone nationalpark 09.2011

einreise in die usa

nach dem labour day wochenende entschliessen wir uns, vancouver island zu verlassen. die fähre auf die olympia peninsula ist für mehrere tage ausgebucht. deshalb ändern wir wieder einmal kurzfristig unser „reiseprogramm“ und fahren nach sidney (nördlich von victoria). dort gibt es eine fähre nach anacortes (washington state, usa). bereits zwei stunden vor abfahrt sind wir im hafen. wir müssen die tickets kaufen und die immigration wird noch auf kanadischem boden erledigt. wir füllen den grünen zettel aus. der einwanderungsbeamte spricht ein bisschen deutsch und hilft uns sogar. das erstaunt uns, denn die frau vor uns hat er total in die zange genommen. bei flug nummer müssen wir „land“ hinschreiben und für die adresse in den usa hat er eine liste von rv-parks in anacortes. er fragt uns nach dem woher, wohin und wie lange. dann will er noch wissen, von welchem land wir zurück nach germany fliegen. fritz atmet auf, als rosmarie ihn nicht korrigiert. good old germany hat in den usa einen sehr guten ruf und die ganze macht liegt beim immigration officer. dann fingerabdrücke von allen 10 fingern und ein foto. lachend meint der officer, von rosmarie’s bild könnte man ein poster machen, das von fritz reiche gerade für einen gefängniseintritt. wir bekommen die einreisestempel und wissen nun, dass wir an rosmarie’s geburtstag in der nähe von der mexikanischen grenze sein müssen. die fahrt an den vielen kleinen gulf inseln vorbei ist atemberaubend. auf dem amerikanischen festland wird unser auto beim zoll durchleuchtet und es wird nach früchten und gemüse gesucht. nichts von dem darf eingeführt werden, auch nicht, wenn die ware aus kalifornien stammt.

 

mount rainier – mount st. helens

in der ferne entdecken wir den mount rainier. dieser 4392 m hohe vulkan wird von 26 gletschern bedeckt und ist unser nächstes reiseziel. oft ist er von nebel umhangen. wir haben glück und betrachten diesen majestätischen berg bei sonnenschein und tiefblauem himmel. leider sind hunde in allen usa-nationalparks auf wanderwegen nicht erlaubt. ein übereifriger volunteer stürzt sich auf dem parkplatz auf uns und wir werden belehrt: hund immer an der leine und mit dem tier keinesfalls den teer verlassen! abwechslungsweise wandern wir zu den aussichtspunkten. doch als die massen ankommen, suchen wir das weite. auf einer schmalen und kurvenreichen forststrasse erreichen wir den mount st. helens. beim ausbruch von 1980 wurde der berg um 400 m reduziert und die nördliche kraterwand weggesprengt. die gegend ist nicht schön, doch wird uns hier das ausmass von naturgewalten lebendig vorgeführt. es gibt grosse flächen, wo tausende von bäumen flachliegen – alle in der gleichen richtung.

 

pendleton round-up (rodeo)

in portland besorgen wir uns beim aaa (amerikanischer automobilclub) die karten und campbooks vom westen der usa (gratis für mitglieder von tcs und adac). wir erfahren auch, dass in pendleton (oregon) während der zweiten vollen septemberwoche das berühmte round-up stattfindet. wir kommen von der „vulkan-route“ ab und kurven durch die stadt richtung osten. ein „verschlaufen“ für die nacht ist unmöglich – überall schilder mit „private property“. ausserhalb von portland wollen wir im oxbow regional park übernachten. wir sehen beim eingang das schild „no pets“ (keine haustiere). es ist schon dunkel und fritz meint, wir lassen gandra im auto und fahren morgen sehr früh wieder weg. da kommt ein park ranger auf uns zu und gandra gibt an. er empfiehlt uns den nahegelegenen dodge park. dort sind wir die einzigen gäste und müssen uns beim beim camp host melden. rosmarie klopft an und als dieser die türe öffnet, fällt sie fast in ohnmacht. es ist die verjüngte version des „glöckners von notre dame“.

am nächsten tag fahren wir dem columbia river entlang nach pendleton. es ist ein sehr heisser tag und wir suchen einen schattigen platz für die nächsten tage. den finden wir beim baseball-feld. jim (78-j.) ist hier der camp host. er erklärt uns, dass die einnahmen von den campern vollumfänglich der baseball-nachwuchsförderung zugutekommen. seine tochter kate und ihr mann steve fragen uns, ob wir am abend mit ihnen zum bull riding kommen. tickets zu besorgen sei kein problem. es gibt immer leute, die überzählige billette anbieten. vor dem stadion sind wir tatsächlich erfolgreich und vernehmen erst jetzt, dass hier die weltbesten bullenreiter anwesend sind. die fünf zur zeit besten bull riders sind brasilianer. in diesem gefährlichen „business“ können millionen verdient werden. vor dem beginn der show halten reiter hoch zu ross die amerikanische flagge in die höhe. der speaker hält eine vaterländische rede und lobt die freiheiten der amerikaner. der rektor der high school singt die nationalhyme so inbrünstig, dass wir fast gänsehaut kriegen. um qualifiziert zu werden, muss ein bullenreiter mindestens 8 sekunden auf dem bullen reiten. mit der einen hand hält er das seil, das fest um die schultern des bullen gebunden ist. die andere hand muss frei in der luft sein. damit der bulle sprünge macht, wird ihm hinten ein seil straff umgebunden. das tut dem bullen weh und er will diesen „fremdkörper“ mit wilden sprüngen loswerden. bewertet wird einerseits der reiter, andererseits auch die sprünge des bullen. jede richtungsänderung des bullen gibt zusatzpunkte. für die zweite runde wird nur zugelassen, wer in der ersten runde gepunktet hat.

am nächsten tag gehen wir zum rodeo. ein rodeo besteht aus mehreren wettbewerben:

bull riding

bareback riding: ohne sattel auf einem wilden pferd reiten

saddle bronc riding: mit sattel auf einem wilden pferd reiten

calf roping: kalb mit dem lasso einfangen und 3 beine zusammenbinden

steer wrestling: der teilnehmer springt vom galoppierenden pferd auf den stier, packt ihn an den hörnern und wirft ihn zu boden

team roping: der eine cowboy muss mit dem lasso den stier bei den hörnern erwischen, der andere cowboy muss mit dem lasso zwei beine zusammenbinden

steer roping: der cowboy muss mit dem lasso den stier bei den hörnern packen, den stier umwerfen und drei beine zusammenbinden und das unter 25 sekunden

barrel racing: cowgirls reiten mit ihrem pferd auf einer strecke, die mit 3 fässern markiert ist

wild cow milking: wilde kuh melken

so ein rodeo dauert mehrere stunden. die zuschauer verlassen zwischendurch ihre sitze und gehen bier trinken oder holen sich etwas zu essen. überhaupt ist sehen und gesehen werden sehr wichtig. wer etwas auf sich hält, kommt mit stetson-hut, beigem hemd, jeans und cowboy-stiefeln.

während einer woche finden jeden nachmittag rodeos statt. die besten teilnehmer qualifizieren sich für das finale am samstag. das samstagsrodeo ist schon ein jahr im voraus ausgebucht

jeden abend gibt es eine farbenprächtige „indianershow“. nach der abendveranstaltung kann man man sich bei musik und tanz sowie gambling vergnügen. am morgen wird im stillman-park jeweils ein cowboy-frühstück (all you can eat) angeboten. hier machen die veteranen fund-raising (geld sammeln für einen guten zweck).

nach fast einer woche heisst es abschied nehmen von leuten, die uns wie in eine grossfamilie aufgenommen haben.

 

craters of the moon – yellowstone nationalpark

nach soviel trubel reisen wir auf dem oregon trail weiter ostwärts. „craters of the moon“ (mondkrater) liegen am weg und wir schlagen dort unser camp mitten im lavagebiet auf. die kulisse mit den kratern und lavaströmen ist surreal.

vor ashton entdeckt rosmarie auf der landkarte eine „abkürzung“ zum yellowstone nationalpark. die schmale schotterstrasse durch den targhee national forest „kostet“ uns zwei volle tage. wir werden belohnt mit zahlreichen idyllischen seen voller seerosen und einem leuchtenden herbstwald.

im yellowstone nationalpark wollen wir als erstes zu den geysiren. die dampfenden felder sind schon sehr aufregend. wie alle hier warten wir auf den ausbruch des old faithful geysirs. es ist der einzige geysir, bei dem der ausbruch +/- 10 min. vorausgesagt werden kann. auf der ostseite des parks treffen wir hiltrud und helmut. sie sind mit ihren bocklet-mobil schon zwei jahre unterwegs. gestartet sind sie in südamerika. ein jahr reisen sie jetzt schon durch die usa und sind nach wie vor begeistert von den vielen tollen nationalparks im westen der usa. sie geben uns ratschläge für südamerika. wir tauschen auch noch reiseführer aus. für die daheimgebliebenen hat hiltrud einen heissen tipp: in andernach gibt es einen kürzlich entdeckten geysir zu bewundern, der genauso eindrucksvoll ist wie der „old faithful“ (www.geysir-andernach.de). also nichts wie hin beim nächsten willy-jansen-treffen in mendig.

 

der schreck der kommerziellen campingplätze

am anfang unserer reise sind wir wegen der wäsche und reisebericht laden hie und da auf kommerzielle campingplätze ausgewichen. doch kaum angekommen, werden wir schon von gelangweilten RV-lern belagert und diese stellen immer die gleichen fragen. sie merken nicht, dass wir müde sind und uns installieren wollen.

einmal will einer unbedingt gandra streicheln. fritz warnt ihn: she is not friendly and very protective. er will es nicht glauben und kommt immer näher. da bellt ihn gandra bedrohlich an. fritz sagt: stop, sir. er schüttelt den kopf und sagt: with this dog you won’t make friends.

wieder kommt einer auf uns zu. gandra merkt, dass er uns nervt und bellt. er meint: very noisy dog. fritz sagt: yes, she is world champion in barking and she won several beauty contests.

fritz ist sehr stolz auf unsere kluge hündin. sie erkennt sofort, welche leute sie uns vom hals halten soll.


09.2011
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