monument valley - mesa verde - valley of fire - die wüsten kaliforniens - san diego  11.2011

monument valley – mesa verde

das monument valley mit den felsmonolithen aus rotem sandstein möchten wir unbedingt nochmals sehen. seit unserem besuch vor 20 jahren hat sich einiges verändert. auch hier ist alles touristischer und kommerzieller geworden. es gibt ein visitor center, ein schönes hotel mit restaurant und man muss jetzt auch eintritt bezahlen. auf dem primitive campground richten wir uns für zwei tage ein. wir geniessen die einmalige „filmkulisse“ und die umwerfenden sonnenuntergänge. viele hobbyfotografen sind den ganzen tag unterwegs, um einen optimalen standort zu finden. sie wollen das morgen- und abendlicht zum fotografieren voll ausnützen. die meisten verkaufen ihre bilder über das internet und können damit ihren urlaub und die professionelle fotoausrüstung finanzieren.

nach dem besuch der klippendörfer im mesa verde nationalpark stellen wir fest, dass wir einen platten reifen haben. zum glück gibt es in cortez einen goodyear reifenhändler, der sich mit „split rings“ (sprengringfelgen) auskennt. weil die reparatur so wenig kostet, lassen wir gleich noch die anderen drei reifen drehen. die bridgestone reifen haben sich unerwartet schnell an der aussenkante abgenützt.

mitten in der pampa im navajo indianerreservat steht das 4 corners monument. die grenzen von utah, colorado, arizona und new mexico treffen hier aufeinander. das monument ist sehr pompös. von der hauptstrasse führt eine üble dirt road dahin und darum herum sieht es aus wie auf einem afrikanischen souk.

 

valley of fire

das valley of fire ist eine märchenlandschaft aus stein. rote und weisse felsformationen wechseln sich unmittelbar ab. der höhepunkt ist die fire wave. schichten aus verschieden farbigem sandstein bilden eine art welle. es ist ein trostpflaster für die verpasste chance in der paria wilderness. auf dem weg zum bisher schönsten campingplatz können wir unser erstes dickhornschaf beim grasen beobachten.

 

die wüsten kaliforniens

rosmarie möchte unbedingt im death valley campen. als wir dort ankommen, sehen wir den overflow camping. womo an womo, jedes mit der us-flagge versehen und davor männer mit cowboyhüten, die ihr eigentum „verteidigen“. der ranger empfiehlt uns den texas camping. es gefällt uns nur ein sogenannter tent site. als wir uns dort niederlassen wollen, kreischt die potentielle nachbarin (aufgespritzte lippen, 3 x geliftet, silikonbusen, perücke mit blonden langen haaren): nein, nein, nein. dieser platz ist nur für zelte. wir nehmen reissaus und übernachten ausserhalb des nationalparks.

veteran’s day ist an einem donnerstag und viele amerikaner machen die brücke. bei den dumont dünen südlich vom death valley campen viele offroadfans. bei uns kommt keine „wüstenstimmung“ auf. schon jeder kindergärtler hat seinen eigenen dünenbuggy. die erwachsenen und die kinder kurven von morgens bis spät abends in den dünen herum. der motorenlärm ist ohrenbetäubend. fritz fühlt sich herausgefordert. er lässt luft ab und kraxelt mit dem man im schneckentempo die düne hoch, wo wir „über den anderen“ übernachten.

wieder erweist sich eine abkürzung als glücksfall. wir fahren durch die mojave national preserve. vielfältige lavalandschaften, joshua trees, kakteen und hohe sanddünen. bei den kelso dünen schlagen wir unser camp auf. wir sind ganz alleine. am nächsten morgen sind wir überrascht. um uns herum hat es lauter zelte von einer pfadfindergruppe. unglaublich, es hat doch soo viel platz. den ganzen tag verbringt die gruppe mit sandboarden. die boys und girls sind abends glücklich und todmüde.

beim joshua tree visitor center lernen wir die schweizer anita und mark kennen. die beiden sind schon 3 ½ jahre auf weltreise, 3 davon auf dem motorrad. zur zeit sind sie mit einem truckcamper unterwegs. weil es so viel über das bisherige leben und die verschiedenen reisen zu erzählen gibt, campen wir gemeinsam im joshua tree nationalpark. nach einer woche trennen sich unsere wege wieder. doch wir möchten uns in der baja california zum strandurlaub wieder treffen.

in palm desert wollen wir einige besorgungen machen. alles, was irgenwie noch gehen kann, ist auf den beinen und am shoppen. endlich wird uns klar, dass black friday ist. es ist der letzte ausverkaufstag vor dem beginnenden weihnachtsstress und alle wollen von den superangeboten profitieren. palm desert besteht aus unzähligen golfplätzen. darum herum sind hinter hohen mauern häuser gruppiert – ähnlich wie die hochsicherheitstrakte eines gefängnisses. um darin wohnen zu können, muss man mindestens 55 jahre alt sein.

 

san diego

wir steuern richtung san diego. ein in san diego lebender deutscher gibt uns den tipp, dass man an der mission bay frei stehen könne. wir verstehen das system nicht. der eine parkplatz ist geschlossen von 10 p.m. bis 2 a.m. ein anderer von 2 a.m. bis 4 a.m. das ist uns zuviel theater und wir gehen auf einen campingplatz. den preis können wir von usd 70 auf usd 40 herunterhandeln. wir brauchen kein full hookup. so können wir direkt bei der bootseinwasserungsstelle vom camping mit grandioser aussicht parken. abends sehen wir, dass auf fraser island gegenüber unzählige wohnmobile stehen und am morgen sind sie immer noch da. nach einem erfolgreichen shoppingtag fahren wir auch auf fraser island. das schild „gate closed 10 p.m. – 4 a.m.“ nehmen wir nicht ernst. am wunderschönen sandstrand hat es genug abfallkübel und toiletten. wasser und feuerringe sind ebenfalls vorhanden. hier hausen hauptsächlich gestrandete, die nur noch im auto oder im camper wohnen. seelenruhig legen wir uns schlafen. um 11 h macht es „düüt, düüt“. als wir das fenster öffnen, sehen wir einen blinkenden balken. eine lautsprecherstimme verkündet: the gate is closed, you can’t sleep here. rosmarie geht im schlafanzug hinaus und will mit den polizisten reden. doch als diese sie erblicken, sausen sie davon. erst jetzt merken wir, dass wir noch das einzige campingfahrzeug sind. am morgen staunen wir nicht schlecht, dass alle wieder an derselben stelle wie am vortag stehen.

stefanie spricht uns an und erzählt, sie sei elektro-ingenieur und sie hätte früher bei der raumfahrt gearbeitet. die stimme, die sprinterwädli, die hände und füsse verraten sie trotz frauenkleidern als mann oder ehemaligen mann. sie fragt uns, ob wir von der polizei ein „ticket“ (strafzettel) bekommen hätten. die homeless verbringen auf der aufgeschütteten sandinsel den tag. vor 10 uhr abends verlassen alle das gelände und fahren in eine seitenstrasse oder zu einem store. püntklich um 4 uhr morgens fährt die ganze karawane wieder zum strand. und das tag für tag.


11.2011
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