rückblick  2014

Nach einem harten Räumungsmarathon haben wir Ende März 2014 unser Haus den neuen Besitzern übergeben. Den übriggebliebenen Hausrat dürfen wir bei Steffi und Benny lagern. Von nun an leben wir im kleinen MAN bis zur Fertigstellung der neuen Wohnkabine. Dann und wann schauen wir beim Kabinenbauer vorbei und machen zwischendurch eine kleine Deutschland-Tour. Zum ersten Mal – und das 25 Jahre nach der Wende – reisen wir in die neuen Bundesländer. Zuerst besuchen wir Maeggie und ihren Partner Riad in Chemnitz. Maeggies Mutter Luise ist aus der Schweiz zu Besuch. Ein Glück, dass wir uns von ihr noch verabschieden konnten, denn kurze Zeit danach ist sie im Alter von fast 90 Jahren verstorben.

Die boomende Stadt Dresden gefällt uns auf Anhieb. Die Altstadt ist zwar klein, aber sehr sehenswert. Die Semper-Oper wird von chinesischen Touristen richtiggehend  gestürmt und auch vor der Frauenkirche bilden sich lange Schlangen. Auf dem Platz davor hat es viele Strassenkünstler. Wir hören den Musikanten zu und beobachten die verschiedenen Pantomimen.

Der Ausflug ins Elbsandsteingebirge ist nur kurz. Zum Glück sind wir sehr früh dran, denn danach herrscht ein unglaublicher Andrang auf die Bastei-Brücke.

Bald sind wir in Berlin. Unglaublich, wieviel hier gebaut wird. Alle paar Meter steht ein Kran. Auch wir wollen einmal durch das Brandenburger Tor laufen. Wer sich für Museen interessiert und sich kulinarisch verwöhnen möchte, der könnte hier Wochen verbringen.

Rügen hat uns schon lange gereizt. Die Insel ist zwar sehr schön, aber so überlaufen, dass wir nach einigen Tagen schon wieder abziehen. Kurz liebäugeln wir mit einem Abstecher nach Schweden. Es wäre nur ein Katzensprung mit der Fähre nach Trelleborg. Wir bleiben an der Ostsee und staunen über die zahlreichen Womo-Touristen. In Pelzerhaken (nördlich von Lübeck) gibt es einen komfortablen Stellplatz nur wenige Meter vom Meer entfernt. Der Ort scheint ein wahres Surferparadies zu sein. Die Strände sind prächtig und man könnte stundenlang laufen. Wir müssen uns hier aber strikte an die Hundestrände halten, denn die soziale Kontrolle ist sehr hoch.

Am Nord-Ostsee-Kanal (Kiel – Brunsbüttel) atmen wir einen Hauch von der grossen weiten Welt ein. Oeltanker, Carcarrier, riesige Containerschiffe, sogar eine Bohrinsel tuckern vor unserer Nase vorbei.

Die positive Ueberraschung für uns ist der Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“. Einen Traum-Stellplatz finden wir beim Kutterhafen in Spieka. Als Binnenländer sind wir immer wieder fasziniert über die Wucht von Ebbe und Flut. Mal ist der Kutterhafen voller Wasser und dann sehen wir ein paar Stunden später nur noch Schlick. Der Nationalpark ist auch Brutstätte von vielen vom Aussterben bedrohten Vogelarten. Jeden Morgen kommt der Bäcker mit frischen Brötchen und zweimal die Woche der rollende Supermarkt. Der Betreiber des Supermarktes im kleinen Laster ist ein ehemaliger Banker aus Frankfurt. Er hat seine Karriere hingeschmissen und schätzt nun das einfache Leben ohne Konkurrenzdenken fernab der riesigen Metropole.

Anfangs Dezember ist es soweit und wir können unseren neuen MAN in die Schweiz einführen. Die Zollabfertigung und die Zulassung beim Strassenverkehrsamt verlaufen ohne Probleme. Dann heisst es für uns, den kleinen MAN auszuräumen und den restlichen Hausrat im neuen Fahrzeug zu verstauen. Das nimmt mehr Zeit in Anspruch, als wir gedacht haben. Einräumen - umräumen - wieder einräumen. Einiges muss nochmals aussortiert werden. Dann werden wir gegen Ende des Jahres doch noch vom Winter überrascht. Bei Schneefall verlassen wir unseren Standplatz und fahren Richtung Marokko.