07.2011 newfoundland - labrador - québec - ontario

neufundland

nach einer 5-stündigen überfahrt legt die fähre in channel-port-aux basques auf neufundland an. im modernen visitor center werden wir gleich mit sehr nützlichem material eingedeckt. neufundland wird von den anderen provinzen belächelt. der übername ist „the rock“. wir fühlen uns sofort wohl. die atmosphäre ist wohltuend und entspannend. vieles erinnert uns an unsere kindheit. hier gibt es sie noch, die tante emma-läden, wo die nägel und schrauben in kartons neben dem gemüse aufgeschichtet sind und das motorenöl neben dem brot lagert. unser erstes ziel ist der gros morne national park. dort besuchen wir in norris point eine ehemalige arbeitskollegin von fritz. bettina und herbert sind 1997 nach neufundland ausgewandert. ihr adventure unternehmen ist sehr gut gelaufen. sie haben reisen im high end bereich angeboten. doch die kleinen reisebüros, die ihre reisen vermarktet haben, sind nach und nach von den grossen geschluckt worden. bettina und herbie haben dann das etwas marode altersheim im ort gekauft und zu einem boutique hotel umgebaut. in der neddies harbour inn gibt es auch eine erstklassige küche. der ehemalige präsident trudeau hat hier schon logiert. bettina und herbie sind zu recht stolz, dass sie 12 arbeitsplätze geschaffen haben. www.theinn.ca 

die beiden geben uns noch tipps. auf ihren ratschlag hin fahren wir zum wunderschön gelegenen green point campingplatz. dort haben wir einen herrlichen campsite mit meersicht und blick auf ein kleines fischerdorf. das ganze wird umrahmt mit vogelgezwitscher und herumhuschenden erdhörnchen. es ist ein self registration camping mit schnellem wi-fi. morgens und abends fährt der park ranger mit seinem pickup durch und wechselt mit allen ein paar freundliche worte. der wanderweg an der küste entlang bietet sehr viel abwechslung: fichtenwälder, moorlandschaften mit schwertlilien, tümpel voller schilf und seerosen, strand mit krummholz und runden ausgewaschenen steinen in allen farben.

nach ein paar tagen machen wir uns auf zu den tablelands. das orange-braune hochplateau besteht aus erdmantel-material und war einst der grund eines alten ozeans. es soll der beste zugängliche ort der welt sein, wo man solches gestein (peridotite) zu gesicht bekommt. die fahrt auf dem highway 431 erscheint uns irgendwie irreal: auf der einen seite der bronzefarbene tafelberg und auf der anderen seite grüne moorlandschaft mit fichten und tief eingeschnittenen fjorden.

der western brook pond ist ebenfalls eine besonderheit im park. es ist ein 16 km langer und 163 m tiefer fjord ohne meereszugang. gespeist wird er von 20 flüssen. 19 flüsse führen ganz reines wasser und ein einziger fluss bringt wenig sedimente mit. es ist somit das sauberste wasser der welt, fast ohne lebewesen. 15 jahre dauert es, bis das wasser komplett ausgetauscht ist. doch auch dieses kleinod scheint bedroht wegen der umweltverschmutzung.

der gros morne nationalpark ist etwas vom schönsten und abwechslungsreichsten, das wir je gesehen haben. noch lange könnten wir hier es hier aushalten. doch die eisberge und wale rufen.

dieses jahr sollen die eisberge spät dran sein und wir hören, dass einige grosse bald in st. anthony ankommen werden. auf der webseite www.icebergfinder.com kann man sich informieren, wo sich die kolosse gerade herumtreiben. in st. anthony angekommen fahren wir gleich zum leuchtturm und erblicken weit draussen unseren ersten eisberg. es ist irgenwie aufregend. der leuchtturmwärter kommt heraus und macht uns auf wale in der bucht aufmerksam. wir übernachten gleich auf dem grossen parkplatz. denn das feinschmeckerlokal nebenan macht schon um 21 h dicht. am nächsten tag ergattern wir die letzten 2 plätze für eine bootstour zu den walen und eisbergen. die sonne kommt rechtzeitig zum vorschein. nach einer stunde bootsfahrt sind wir ganz nahe bei einem in der sonne glänzenden monumentalen eisberg. für uns ein unbeschreibliches gefühl. die eisberge stammen von den gletschern grönlands und treiben auf einer 2-jährigen reise bis nach neufundland. das eis ist zum teil mehr als 15‘000 jahre alt. wie kommen wir uns doch klein und unbedeutend vor.

auf der rückfahrt haben wir das glück, dass neben dem boot finnwale auftauchen. es ist sehr schwierig, sie auf einem foto zu verewigen. so schnell wie sie auftauchen, sind sie auch wieder verschwunden.

nun wollen wir noch sehen, wo vor tausend jahren die wikinger gelandet sind. in l’anse aux meadows gibt es am wasser überreste von 8 häusern. drei nachbauten von langhäusern, in denen sich wie wikinger verkleidete museumsangestellte aufhalten, können besichtigt werden. beeindruckend ist, dass es sich bei den wikingern um 20-jährige männer handelte, die von skandinavien via grönland bis nach nordamerika vorgedrungen sind. lange vor kolumbus. unser blick streift über den ozean und wir können uns an den vorbeitreibenden eisbergen nicht sattsehen. auch die weiterfahrt führt vorbei an atemberaubender landschaft mit malerischen fischerdörfern.

 

labrador 

wir kommen nach st. barbe und können gleich auf die letzte fähre, die heute noch nach labrador übersetzt. als wir in blanc-sablon ankommen ist es schon fast dunkel. vom hafen führt die strasse auf eine anhöhe. dort gibt es einen riesigen parkplatz mit sicht auf die bucht, wo wir ungestört übernachten können. am morgen schüttet es aus allen kübeln und wir fahren zum visitor center, das in einer ehemaligen kirche untergebracht ist. oft haben wir bei visitor centers free wi-fi, so auch hier.

red bay war einst die grösste walfängerstadt der welt. hier endet die teerstrasse und es beginnt der 1700 km lange trans-labrador-highway. nach 100 km erreichen wir einen fjord, der 50 km lang ist. wir verlassen kurz den highway und fahren diesem fjord entlang bis nach st. lewis. es ist der östlichste ort nordamerikas, den man per auto erreichen kann. dort laufen wir zu einem aussichtspunkt und sehen nochmals viele eisberge im atlantik südwärts treiben. als wir zum parkplatz zurückkommen, entdecken wir einen schwarzbären, der gerade zur örtlichen müllhalde trottet. schnell ins auto und ein paar fotos schiessen. seine schnauze ist nun plötzlich weiss. er muss sie in einen farbkübel gesteckt haben.

port hope simpson ist der letzte ort am atlantik, der noch am highway liegt. die anderen weiter nördlich sind nur noch per schiff erreichbar. als wir durch das städtchen fahren, wundern wir uns, dass alle häuser im 1. stock eine zusätzliche haustüre haben, die ins nichts hinausführt. erst als wir das viele holz vor den häusern sehen, „schaltet“ es bei uns, dass die haustüre im oberen stockwerk für den harten winter gedacht ist, wenn der schnee meterhoch liegt. wir wollen unsere vorräte noch ergänzen. im einzigen laden kriegt rosmarie fast die krise. bei vielen artikeln ist das datum schon längst abgelaufen. doch wir haben keine wahl, denn die nächsten 500 km gibt es keine versorgungsmöglichkeit mehr. wir haben es überlebt und beim verzehr nicht einmal bemerkt. der highway macht jetzt einen knick nach westen ins landesinnere. man muss sich vorstellen, man fährt von hamburg bis rom und dazwischen gibt es nur 3 grössere orte. das teilstück von der cartwright junction bis happy valley – goose bay wurde erst 2010 eröffnet und ist noch in einem guten zustand. die grader sind ununterbrochen im einsatz, um spurrillen und löcher auszubügeln. durch die moorlandschaft musste für die 6-8 m breite strasse ein damm mit grobem gestein aufgeschüttet werden und erst dann konnte die fahrbahn erstellt werden. es ist fast unmöglich, die strasse zu verlassen. die steinbrüche sind mit meterhohen erdwällen versperrt. es gibt nur 2 ausstellplätze und 2 strassenunterhaltsdepots. dort hätte man zur not übernachten können. es ist mitte juli und bis vor kurzem muss hier noch schnee gelegen haben. das moos ist noch ganz hell und die schösslinge an den fichten sind höchstens 1 cm lang. die fichten haben sehr dünne, niedrige stämme. über hunderte von kilometern immer die gleiche tundraähnliche landschaft – ein eigenartiges erlebnis. man muss diese einsamkeit wollen und auch ertragen. bis happy valley – goose bay kreuzen 2 lastwagen, 9 pickups, 5 motorräder und 1 velofahrer unseren weg. wir kassieren auch unseren ersten steinschlag in der frontschutzscheibe.

in happy valley – goose bay fahren wir erst einmal zum visitor center. dort dürfen wir ins internet, unser dreckiges fahrzeug waschen und wasser auffüllen. dafür dreht uns die junge, sympathische angestellte einen 16-seitigen fragebogen von der tourismusbehörde an (labrador travel survey). vielleicht finden wir einmal zeit und musse, den auszufüllen. sie wollte auch ihren riesigen pickup umparken, damit wir hinter dem visitor center hätten übernachten können. doch es ist uns zu laut. auf dem stadtplan sehen wir, dass es ein schwimmbad und nebenan einen curling club gibt. dort finden wir einen ruhigen übernachtungsplatz.

happy valley – goose bay entstand erst 1941, als die us-streitkräfte den flughafen goose bay erbauten, aus dem sich ein grosser nato-luftwaffenstützpunkt mit bis zu 12‘000 militärbediensteten entwickelte. 2006 gab die nato den stützpunkt auf. heute hat die doppelstadt 8‘000 einwohner. aufgrund der grossen nachfrage nach rohstoffen wurde der bergbau wieder belebt.

wir bunkern wieder diesel und lebensmittel. das angebot im supermarkt ist überraschend gut. anschliessend fahren wir nach north west river. der ort ist von 3 grossen gewässern umgeben: grand lake, little lake und lake melville mit schönen sandstränden. doch bei diesen temperaturen nicht sehr einladend. 1743 wurde in north west river von den franzosen ein pelzhandelsposten eingerichtet. 1836 liess sich hier die hudson’s bay company nieder und beherrschte den pelzhandel. im restaurierten handelsposten gibt es ein museum. auf uns wirkt es wie eine wildwest-kulisse. das interessanteste ist eine 1:1 nachgebaute trapperhütte. die fallensteller hatten mehrere solche kleine hütten in tagesetappen voneinander entfernt. wir können auch eine bärenfalle, eine nerzfalle, eine biberfalle und eine fuchsfalle bestaunen. informativ sind auch die vielen alten fotos vom ort und den einwohnern.

am späten nachmittag steuern wir die muskrat falls an. die fälle sind nur 15 m hoch. doch die breite und die wassermenge sind beeindruckend. das enorme tosen der wasserfälle wirkt fernab der zivilsation noch stärker. wir erfreuen uns, dass wir dieses schöne naturschauspiel ganz alleine geniessen können. hier haben wir auch gleich einen idealen übernachtungsplatz mit herrlicher aussicht.

bis churchill falls sind es knapp 300 km. wir werden von einer transformerstation unglaublichen ausmasses empfangen. die hässliche stadt ist nur ein nebenprodukt des wasserkraftwerkes. ein areal von 6700 km2 wurde aufgestaut. das unterirdische wasserkraftwerk nutzt die ungeheure kraft des 75 m in die tiefe stürzenden churchill rivers. doch von den fällen ist nichts mehr zu sehen und der river nur noch ein rinnsal.

nach weiteren 200 km tauchen wie eine fata morgana fast food lokale und shopping malls aus dem nichts am horizont auf. es ist labrador city. diese stadt ist das versorgungszentrum für die gigantischen tagbauminen. abgetragene berge so weit das auge reicht. es wird tag und nacht gearbeitet. die grösse der fahrzeuge und der reifen wird uns erst klar, als sich einer von uns beiden daneben stellt.

  

québec 

bald ist die grenze zu québec erreicht. wir merken sofort, dass wir in einer anderen provinz sind, denn die strasse ist seit der grenze in einem erbärmlichen zustand. tiefe schlaglöcher schütteln unser fahrzeug so, dass wir dabei fast seekrank werden. die landschaft wird hügeliger und wälder, flüsse und seen prägen das landschaftsbild. das campen an einem see schlagen wir uns wegen der black flies und mücken bald aus dem kopf. wir nehmen eine der log roads (forststrassen) und können auf einem total abgeholzten hügel unser camp mit sicht auf einen kleinen see einrichten – 4x4 und untersetzung sei dank. am nächsten tag fahren wir am manicouagan reservoir vorbei. hier wird im fünftgrössten meteoritenkrater der welt der manicouagan river gestaut. die staumauer wirkt mit ihrer höhe erdrückend. bei der weiterfahrt passieren wir immer wieder riesige transformerstationen.

in baie comeau endet der trans-labrador-highway und wir sind am st. lorenz strom angekommen. dort siedelten sich papierfabriken und aluminiumhütten an. die brauchen diese unmengen von energie, die weiter oben produziert wird. das angebot in den läden ist so anders. es ist auf die französische küche und lebensart ausgerichtet. den leckeren sachen können wir nicht widerstehen. an der kasse haben wir fast einen schock. auch sprachlich müssen wir jetzt auf französisch umstellen. wir fahren nun dem st. lorenz strom entlang. das auge gleitet immer wieder über das wasser. hier tummeln sich die wale im sommer, doch vom ufer aus erblicken wir keinen dieser meeressäuger. wir erreichen baie st. paul. das städtchen hat viele künstler angezogen und inspiriert. die restaurierten holzhäuser mit den verandas versetzen uns in eine andere zeit. es gibt unzählige galerien und strassencafés. fast eine woche bleiben wir hängen. die lage an der gouffre und der blick in die laurentides lassen uns von den strapazen des endlosen trans-labrador-highways erholen. doch wir möchten dieses „strassen-abenteuer“ auf keinen fall missen. endlich können wir mal alles einer generalreinigung unterziehen. dank dem starken wi-fi erledigen wir auch die aufgelaufenen administrativen arbeiten. man glaubt, man könne einfach so abhauen. doch was sich da im elektronischen briefkasten alles ansammelt, erinnert uns wieder an unsere bürgerpflichten.

in der altstadt von québec city wähnen wir uns wegen der steinhäuser und der stadtmauer in st. malo in der bretagne. ganze busladungen von touristen werden hier ausgespuckt. alle laufen mit ihren fotoapparaten wie durch ein open air museum und klicken, was das zeug hält. es gibt gaukler, strassenmusikanten, karikaturisten, trödler wie in paris. die szene beobachten wir von einem strassencafé aus und hören einem sänger zu, der pavarotti imitiert.

 

ontario

durch die stadt montréal fahren wir in den frühen morgenstunden und landen schon bald in der provinz ontario. die backsteinhäuser erinnern uns an england und es wird auch wieder englisch gesprochen. im presqu’ile provincial park ergattern wir den einzigen noch freien campsite direkt am lake ontario. wir wundern uns. doch als in der nacht ein starkes gewitter niedergeht, wissen wir warum. unser platz steht am morgen unter wasser. kein problem für uns, wir schlafen ja nicht im zelt. der blick auf den lake ontario ist wie der blick auf das meer hinaus. wasser bis zum horizont. wir sehen auch die ersten schwärme von kanadischen wildgänsen über das wasser gleiten. wenn der vogelzug die formation ändern will, gehen die gänse in den steigflug, verringern dadurch die geschwindigkeit und die vordersten reihen sich ganz hinten in eine kräfteschonendere postition ein. dann schweben sie wieder fast lautlos eine handbreite über dem see.

unser nächstes ziel sind die niagara fälle. auf einer 16-spurigen autobahn durchquren wir die stadt toronto bei sehr dichtem verkehr. rechnet man die mit der stadt toronto zusammengewachsenen vororte dazu ist es so, wie wenn man 100 km durch eine einzige stadt fährt. der grossraum toronto hat auch so viele einwohner wie die schweiz.

auf dem koa kampground in niagara falls campt neben uns eine deutsche familie aus braunschweig. sie müssen am übernächsten tag das gemietete womo in new york zurückgeben und wollen dann noch einige tage die stadt besichtigen. freundlicherweise überlassen sie uns einen ganzen stapel brandneuer bücher und für uns sehr nützliche medikamente. sie wollen platz für den einkauf im outlet schaffen.

für ein paar stunden parken sollten wir CAD 20 bezahlen. fritz stellt das fahrzeug bei der nahegelegen baustelle ab. wieder einmal stellt es sich als vorteil heraus, dass die leute unser fahrzeug nicht als camper erkennen und meinen, es sei ein werkstattwagen oder kühllaster. dem niagara parkway entlang schlendern wir bis zu den fällen. die breite der horseshoe falls ist sehr beeindruckend. die wahre grösse mit dem blossen auge zu erfassen ist kaum möglich. erst wenn man das 600 personen fassende ausflugsboot „maid oft the mist“ - für unser auge in der grösse einer nussschale - mit den fällen vergleicht, kann man erahnen, wie hoch und breit die fälle in wirklichkeit sind. eigentlich haben wir hier viel mehr touristen erwartet. viele hotels und restaurants sind „for sale“. alles wirkt ein bisschen abgewohnt und heruntergekommen.

wir fahren wieder nordwärts der georgian bay des lake huron entlang. blankgeschliffener granit in allen möglichen schattierungen, dazwischen kleine sandstrände und ca. 30‘000 vorgelagerte inseln machen diese gegend zu einem beliebten ausflugsziel. fast das ganze ufer und die meisten inselchen sind in privatbesitz. darum fahren wir zum killbear provincial park. dort gibt es über 800 stellplätze. am gate sucht man sich einen platz ab plan aus, bezahlt im voraus für die geplante dauer und fährt dann mehrere kilometer durch einen dichten wald zu seinem campsite. wir haben einen wunderschönen platz im wald zwischen granitblöcken. zum glück haben wir gleich 3 nächte gebucht. mit cad 36.75 pro nacht eigentlich nicht billig. so kommt es, dass sich oft 2 familien einen dieser grossen plätze teilen. rosmarie läuft mit gandra über die granitblöcke zum strand und wird von einer park rangerin erwischt und getadelt – hund nicht an der leine kann mit cad 75 gebüsst werden. die rangerin will die nummer des campsites wissen. am abend fährt sie mit dem pickup vorbei. zum glück findet sie unser vehikel sehr interessant und von busse ist keine rede mehr. wollte man in neufundland die leute noch mit „es gehört auch dir – trage darum sorge dazu“ motivieren, wird in ontario alles mit bussandrohungen geregelt. beim eingang zu einem provincial park erhält man jeweils eine parkzeitung und eine seite davon wird allein mit möglichen vergehen und der höhe der busse ausgefüllt (summary of provincial offences). das merken wir auch auf der weiterfahrt, als wir in eine verkehrskontrolle geraten. der polizist erklärt: wir prüfen, ob die leute alkohol an bord haben. also habt ihr alkohol an bord? rosmarie versprüht ihren ganzen charme und erklärt dem polizisten in extra holprigem swiss english, dass wir selbstverständlich keinen alkohol an bord haben. wie will man sonst im „ernstfall“ sprachliche missverständnisse geltend machen J. busse für „open container of alcohol in vehicle“ = cad 175. das gilt auch für die offene weinflasche im womo-kühlschrank. man darf zwar mit 0,8 promille herumfahren. nüchtern und eine angebrochene whisky-flasche oder bierdose im auto sind aber viel schlimmer und werden geahndet. der officer tut so, als würde er uns glauben und gibt zum abschied noch lachend seine ganzen deutschkenntnise zum besten.

ganz schlimm ist auch littering. rosmarie wirft gedankenlos ein „apfelbütschgi“ aus dem fahrenden auto. der nachfolgende pkw hupt und gibt lichtsignale. hinterlassen von abfall kann mit bis zu cad 125 gebüsst werden. ueberall sind tafeln mit telefonnummern angebracht. dort kann man anrufen und seine fehlbaren mitbürger denunzieren. die wirkung ist enorm. kanada ist ein extrem sauberes land. die vielen wildcamper hinterlassen praktisch keinen abfall. macht ja auch sinn wegen der vielen wildlebenden tiere.


07.2011
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