02.2012 baja california - einreise in die usa

auf umwegen nach norden

in ciudad insurgentes wird gerade die umfahrungsstrasse ausgebessert. wir müssen nach rechts auf ein sehr breites, nicht geteertes boulevard ausweichen. in der mitte hat es grosse bäume und pflanzen. fritz fährt nur bis zur nächsten querstrasse auf der linken seite. er will nicht auf seine frau hören!! ach, es hat ja keinen verkehr und niemand sieht uns. wieder auf der umgehungsstrasse richtung la purisma holt uns mit sirenengeheul eine polizeistreife ein. wir werden von vier polizisten umringt. einer der polizisten will einen strafzettel „für links fahren“ ausstellen. fritz sagt immer wieder, er sei tourist. mit handzeichen gibt er den polizisten zu verstehen, dass nirgends signale aufgestellt seien und er würde das gerne mit ihnen anschauen und zeigen, wie verwirrlich dort die situation für ortsunkundige sei. einer der polizisten meint, dass in mexiko rechtsverkehr herrsche wie in alemania. nach einiger zeit gibt der chef im hintergrund das zeichen, dass wir weiterfahren können.

vor la poza grande nehmen wir eine piste richtung meer und hoffen, dass wir an einem einsamen strand landen. plötzlich sind wir bei einer kleinen fischersiedlung an einer lagune mit dichtem mangrovenbestand. auf einem hügel steht ein einfaches wallfahrtskirchlein. wir fragen einen fischer, ob wir hier übernachten dürfen. er heisst uns willkommen und sagt: si, wo immer ihr auch wollt.

san juanico ist noch ein ursprüngliches fischerdorf. es gibt einige ferienhäuser von nordamerikanern. diese passen erstaunlich gut in das dorfbild. einen bauboom wie in anderen leichter zugänglichen orten auf der baja scheint es hier noch nicht zu geben. von den fischern am strand können wir frisch gefangenen thunfisch für wenige pesos kaufen.

 

laguna san ignacio

eine einsame, kaum befahrene piste führt von san juanico durch eine sehr reizvolle landschaft zur laguna san ignacio. auf der linken seite eine wüstenartige ebene und rechts von uns ein unendlich langer tafelberg. in der laguna san ignacio tummeln sich zur zeit 135 wale. vom ufer aus beobachten wir die wale mit dem fernglas. sehr interessant sind die „spy hops“, wenn sich ein wal kurz senkrecht aus dem wasser erhebt, um die gegend zu erkunden. vor ungefähr zwei wochen sind die baby-wale nach einer tragzeit von 12-13 monaten zur welt gekommen. auf einer bootstour sehen wir einige walmütter mit ihren kleinen. ein neugieriges walbaby schwimmt sogar unter unserem boot durch. die stimmung an der lagune ist einmalig und die sonnenuntergänge wirken fast kitschig.

auf dem weg von der laguna san ignacio nach san ignacio ereilt uns unser 4. plattfuss auf dieser reise. ab jetzt zählen wir sie nicht mehr. ein 7 cm langer riss bei einem flicken. keine llantera móvil weit und breit. reifenwechsel mitten in der pampa. in san ignacio übernachten wir beim wasserreservoir unweit der llantera. in mexiko ist eine reifenreparaturwerkstatt (llantera) offenbar ein sehr gutes geschäft. in jedem ort hat es gleich mehrere davon.

 

san quintin

wir durchfahren auf der mex 1 wieder eine gegend voller kakteen inmitten von granitblöcken. in san quintin sind wir die einzigen gäste auf dem el pabellón camping. wir campen direkt an den dünen. den km-langen sandstrand haben wir ganz alleine für uns. es ist so schön, dass wir gleich vier tage bleiben. zurück im dorf geniessen wir in einem strassenrestaurant „almejas ahumadas“ (geräucherte muscheln) – eine spezialität von san quintin. rosmarie hat einen waschsalon (lavanderia) entdeckt. doch als sie die waschmaschinen sieht, geht sie rückwärts wieder hinaus. bei den meisten fehlen irgendwelche seitenwände und es ist erstaunlich, dass sie noch funktionieren. das waschresultat lässt sowieso meistens zu wünschen übrig. manchmal sieht die wäsche genau gleich aus wie vorher. der einzige unterschied ist der bessere geruch.

 

parque nacional sierra de san pedro martir

wir machen noch einen abstecher zum parque nacional sierra de san pedro martir. teilweise liegt noch schnee und der park ist erst seit 1. februar wieder offen. auf 2830 m.ü.m. hat es ein obervatorium, das wir besichtigen können. am gate werden wir von einem wärter mit einem vw-käfer abgeholt. das auto fällt fast auseinander und zudem ist die kupplung defekt. vom 1. zum 2. gang muss der fahrer sehr präzise schalten oder den gang reinhauen. höher geht es nicht mehr. so rattern wir hinauf zur sternwarte. sie ist der stolz mexikos. angeblich ist es die drittgrösste sternwarte der welt. wir dürfen kurz das teleskop besichtigen. dann gibt man uns zu verstehen, dass sie jetzt wieder arbeiten müssten. im park sind vor ein paar jahren 19 kondore ausgesetzt worden. einen bekommen wir zu gesicht. er kreist neugierig über unserem camp. in der nacht ist das thermometer unter null gesunken und es beginnt zu schneien. kaum haben wir ein paar hundert höhenmeter vernichtet, scheint wieder die sonne.

 

san felipe

von der meling ranch holpern wir auf übler piste über die berge zur mex 3 und fahren richtung san felipe. dort überraschen wir anita und mark mit einem besuch auf dem kiki’s camping. die zwei haben sich nach einer mehrjährigen weltreise eine auszeit vom reisen in san felipe genommen. auf dem camping lassen wir unser fahrzeug von carlos waschen und einwachsen. weil er so tüchtig ist, hat er immer wieder aufträge von den dauercampern.

 

einreise in die usa

langsam machen wir uns auf zur us-grenze. der grenzort algodones besteht hauptsächlich aus zahnarztpraxen (dental spa’s), arztpraxen, apotheken und schnapsläden. täglich überqueren tausende von amerikanischen und kanadischen snowbirds zu fuss die grenze von yuma nach algodones, um sich günstig behandeln zu lassen oder billig einzukaufen. am grenzübergang passen wir überhaupt nicht in dieses schema. unsere pässe werden von einem beamten zum nächsten gereicht. ungläubig schauen sie auf das rote reisedokument mit dem weissen kreuz. es ist kurz vor 14 uhr und es steht ein grosser schichtwechsel bevor. wir müssen unser fahrzeug beim zoll abstellen und öffnen. bei der durchsuchung mit einem drogenhund dürfen wir nicht dabei sein. in einem geschlossenen raum werden wir befragt. wieder werden die pässe weitergereicht, weil die beamtin zu einer leibesvisitation abgerufen wird. die befragung fängt beim nächsten officer wieder von vorne an. schliesslich werden unsere pässe zu einem supervisor zur überprüfung gebracht. nach langer zeit kommt der supervisor und sagt, dass dies schweizer pässe von der neuesten generation seien. einem beamten, der gerade seine schicht angetreten hat, gibt er zu verstehen, dass er mit uns vorwärts machen könne. plötzlich sind alle sehr freundlich und wir erhalten ein neues visum für drei monate. rosmarie darf mit unseren pässen zu fuss zurück zum mexikanischen zoll, um die ausreisestempel zu holen und die touristenkarte abzugeben.

 

in yuma bei den snowbirds

kurz nach dem grenzübergang sehen wir die camps der snowbirds (rentner, die wie die zugvögel dem winter entfliehen) in der wüste und wir finden dank 4x4 ein schönes plätzchen etwas abseits. es ist indianergebiet und wir sehen auch das von indianern betriebene casino, wo mindestens hundert wohnmobile stehen.

am nächsten tag fahren wir zu einem rv-händler in yuma. wir müssen die frischwasserpumpe ersetzen. die auswahl ist zum glück gross und wir finden eine passende shurflo-wasserpumpe. im home depot kaufen wir noch ein paar ersatzteile. der schwarze verkäufer zeigt uns singend und tanzend die gesuchte ware. dann fragt er uns, ob wir von germany seien. wir sagen: nein, switzerland. darauf antwortet er: yeah, but it’s still bavaria (ja, aber es ist immer noch bayern). das sei ihm verziehen, denn ein urgrossvater von fritz war tatsächlich ein waschechter bayer, der in jungen jahren in die schweiz einwanderte.


02.2012
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StepMap 02.2012