04.2012 utah - california - schweiz

the wave

wir sind in kanab im blm (bureau of land management) field office und nehmen erneut voller erwartung an der verlosung für die wave teil. 68 personen sind anwesend. normalerweise sind es 80 – 120. es ist unser dritter versuch. punkt 9 uhr wird die trommel mit den bingo-kugeln gedreht. die spannung steigt mit jeder gezogenen kugel. leider klappt es wieder nicht. ein amerikanischer tourist gibt uns den tipp, dass die chancen an einem freitag am höchsten seien. dann werden die plätze für samstag, sonntag und montag vergeben. die meisten wollen am wochenende gehen und für montag würden sich jeweils nicht so viele leute anmelden. also gehen wir am freitag nochmals hin und schreiben uns für den montag ein. für diesen tag haben sich nur 12 personen angemeldet. wir werden als letzte gezogen. endlich haben wir das ersehnte permit und eine genaue wegbeschreibung zur wave in der hand. dann ergattern wir noch ein permit für die coyote buttes south. da die anfahrt dorthin nur mit geländegängigen autos möglich ist, sind meistens noch permits erhältlich.

auf dem parkplatz vor dem blm visitor center lernen wir die münchner christa und thomas mit ihrem sohn florian kennen. florian arbeitet an einem solarprojekt in tennessee. seine eltern christa und thomas haben ihn besucht und gemeinsam sind sie mit einem gemieteten geländewagen unterwegs. auch sie haben ein permit für die coyote buttes south am sonntag und ein permit für die coyote buttes north (the wave) am montag. wir verabreden uns für den sonntag.

am samstag machen wir eine wanderung durch den wire pass. dieser slot canyon ist von der house rock valley road aus sehr einfach zu erreichen und zu durchwandern. die slot canyons sind auf ihre art anziehend und abenteuerlich. man muss aber immer das wetter im auge behalten. sogar ein fernes gewitter kann eine sturzflut im canyon auslösen. da kann man nur hoffen, dass man dann schnell einen höheren felsabsatz erreichen könnte.

am sonntag treffen wir die münchner beim wire pass wanderparkplatz. bis zu den coyote buttes south sind sandpassagen und felsige absätze zu überwinden. dort angekommen staunen wir über die vielen unterschiedlichen formen und farben der mini zeugenberge und felsnadeln. fasziniert laufen wir durch die märchenlandschaft. leider zieht ein gewitter auf und in der ferne regnet es schon in strömen. da die münchner mit ihrem mietwagen kein risiko eingehen wollen, fahren wir früher als geplant zurück.

dann am montag strahlender sonnenschein. mit christa, thomas und florian machen wir uns um 9 uhr auf den weg zur wave. eineinhalb stunden wandern wir durch tiefen sand und spektakuläre felslandschaften. ohne genaue beschreibung würde man die wave niemals finden, denn es gibt keine wegmarkierungen und sie ist von weitem nicht sichtbar. als wir durch die schmale öffnung die wave erreichen, sind wir alle vor ehrfurcht ergriffen. tausende von verschieden farbigen sandsteinschichten sind von wind und wasser zu wellen geformt worden. zwei stunden haben wir das felswunder „the wave“ für uns alleine und wir können einfach nur staunen. das bild hat sich tief in unser gedächtnis eingebrannt.

 

grand staircase-escalante national monument

beim blm visitor center in big water wollen wir uns erkundigen, welche strassen durch das grand staircase-escalante nm offen sind. leider ist das center 2 tage geschlossen. draussen finden wir an der pinwand eine „strassenzustandsliste“. die durch ein unwetter zerstörte cottonwood canyon road ist immer noch gesperrt und wird es auch für längere zeit noch bleiben. die smoky mountain road (blm 300) ist befahrbar und für uns eine alternative, da wir nicht mehr nach kanab zurück wollen. gegenüber vom visitor center beginnt die blm 300 und führt uns zuerst durch eine „mondlandschaft“. nach ein paar kilometern sehen wir das schild „warm creek bay via crosby canyon road“. fritz findet, dass das gut tönt. da wir sowieso bald einen nachtlagerplatz brauchen, biegen wir in die strasse zum crosby canyon ein. der canyon ist an ein paar stellen recht eng. bald erreichen wir die warm creek bay – einen seitenarm des lake powell. wir entdecken ein sehr idyllisches plätzchen, das wir nur dank 4wd und untersetzung erreichen können. zum ersten mal finden wir es schade, dass wir kein boot dabei haben. denn hier könnten wir es lange aushalten.

wir kurven weiter auf der nun steil ansteigenden smoky mountain road und finden die aussicht beim kelly grade overlook 400 m über dem lake powell so schön, dass wir dort übernachten wollen. plötzlich kommen orkanartige böen auf und es wird immer ungemütlicher. wir sehen ein, dass hier an schlaf nicht zu denken ist. auch hinter der nächsten bergkuppe ist es nicht besser. wir fahren ein kurzes stück auf der blm 332, die zu den coal seam fires führt. weil es dort bäume hat, hoffen wir, einen etwas windstilleren platz zu finden. beim laufen müssen wir sehr aufpassen, weil alle paar meter tiefe felsspalten klaffen. durch die unergründlichen unterirdischen kohlevorkommen brennen hier wegen vorhandenen gasen einige kohlenfeuer, die extrem stark nach teer riechen.

seit tagen sind wir keiner menschenseele begegnet. so lieben wir die weite und die natur in den usa.

auf der smoky mountain road sind ab jetzt immer wieder tiefe canyons zu passieren. ein ständiges rauf und runter. es ist ganz schön anstrengend. leider ist die verbindungsstrasse (blm 230) zur hole-in-the-rock road wegen schnee an schattigen stellen noch zu und wir müssen den umweg über escalante machen. hier wird fritz von einer schweren grippe flachgelegt. wir bleiben einige tage auf dem broken bow rv park. rosmarie kann ihn gesund pflegen, gleichzeitig in ruhe den märz-reisebericht verfassen und mit gandra zu fuss die gegend erkunden.

als wir den devil’s rock garden an der hole-in-the-rock road besuchen, merkt fritz, dass er noch gar nicht fit ist. wir lassen deshalb die slot canyons weiter südlich aus. man könnte im staate utah monate verbringen und man hätte noch nicht alles gesehen.

weiter östlich auf dem highway 12 beginnt bei meile 70 die old sheffield road. hier hat es sehr schöne plätze mit herrlicher aussicht – offiziell erlaubtes campen zum nulltarif. in der nähe findet man ganze felder mit den moqui marbles. das sind „eiserne“ murmeln mit einem sandsteinkern, die durch erosion freigelegt worden sind. angeblich sollen sie dem besitzer glück bringen und ihn vor allem bösen schützen. offiziell ist das einsammeln dieser steine verboten. doch sie werden überall in den dörfern zum verkauf angeboten.

 

auf nach los angeles

die zeit von unserem heimaturlaub rückt näher und wir fahren richtung los angeles. beim kodachrome basin state park machen wir einen zwischenhalt. der camping und die trails sind sehr schön angelegt. die bizarren felsnadeln lassen bestimmt bei einigen leuten die fantasie durchgehen. später fahren wir am lake mead entlang und übernachten bei overton auf dem „poverty hill“, einem weiteren snowbird paradies. die meisten 5-zehigen zugvögel sind aber schon weg.

weil wir so schöne erinnerungen haben, campen wir noch einmal bei den kelso dünen und erklimmen unter grösster anstrengung den höchsten sandberg.

schon bald treffen wir bei marlise und kurt in simi valley - einem vorort von los angeles - ein. wir werden herzlich empfangen. marlise verwöhnt uns kulinarisch und kurt sprudelt nur so vor ideen, was wir an unserem camper verbessern können. kein wunder, haben die beiden doch die firma road bear (vermietung von campern) gegründet. die ersten camper hat kurt selber ausgebaut und marlise hat die polster und kissen genäht. die kunden wurden am flughafen abgeholt und gleich noch bei ihnen zuhause verpflegt. das business wurde schnell grösser und immer mehr vermietungsstationen konnten eröffnet werden. es hört sich wie eine tellerwäscherkarriere an. doch marlise und kurt haben sehr hart gearbeitet und sehr viel erreicht. endlich finden wir zeit, unser fahrzeug einer innenreinigung zu unterziehen. nach soviel „anstrengung“ dürfen wir uns im spa entspannen und den wunderschön angelegten desert garden bewundern. kurt kennt so viele witze, dass uns am ende die bauchmuskeln schmerzen.

am 17. april ist es soweit und kurt fährt uns zum flughafen von los angeles. nach 12 stunden im bis auf den letzten platz gefüllten swiss flieger landen wir wie gerädert in zürich. einzig gandra kommt quietschfidel aus ihrer box und begrüsst uns stürmisch. ein aufsteller! wahrscheinlich konnte wenigstens sie etwas dösen. unsere nachbarin anny erwartet uns schon und fährt uns nach hause. ihr mann bruno hat während unserer abwesenheit bestens zu unserem haus geschaut. nochmals vielen dank!


04.2012
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