08.2012 yukon - british columbia

wieder in kanada

anfang august reisen wir bereits wieder in kanada ein. so schnell wie möglich wollen wir nach whitehorse, da der „man“ beim linken hinterrad etwas öl verliert. die schlechtgelaunte junior-chefin bei der kenworth-garage in whitehorse schaut sich den „schaden“ an. sie sagt, sie gehe mal im internet schauen, ob sie ersatzteile für unser fahrzeug organisieren könne. fritz wundert sich, wie sie das anstellen will, denn sie kennt nicht einmal die marke unseres trucks. nach fünf minuten kommt sie zurück und informiert uns: there is nothing we can do for you. wir entgegnen, dass wir die ersatzteile selber von europa organisieren würden. das will sie nicht und schwafelt dauernd etwas wegen „liability“ (haftung). ein mechaniker erbarmt sich unser und entfernt mit einem draht den „dalton highway dreck“ beim überdruckschlauch und tut so, als wäre nun alles wieder in ordnung. 

 

helfer in der not

wir fahren zurück zum walmart. silvia und franz aus niederösterreich parken mit ihrem wunderschön selbst ausgebauten steyr direkt neben uns. franz hat uns seine hilfe angeboten. er ist kfz-mechanikermeister und es gibt wahrscheinlich kaum etwas, das er nicht reparieren kann oder wieder zum laufen bringt. auch ist er leidenschaftlicher sahara-fahrer und hat schon an vielen offroad-rennen teilgenommen. franz und silvia schlagen vor, dass wir am besten bei einer autowaschanlage das teil zerlegen. bei soapy’s car wash gibt es einen riesigen parkplatz und wir befinden uns direkt gegenüber vom airport. franz stellt rasch fest, dass ein simmerring nicht mehr dicht ist. das planetengetriebe ist zum glück noch in einem topzustand. nun heisst es, alles zu reinigen und einen passenden simmerring aufzutreiben. silvia und franz besassen ein autohaus und waren auch can am dealer (quads). daher kennen sie die englischen ausdrücke für die ersatzteile. bei canadian tire nimmt der angestellte ein massband und misst einfach etwas in die luft hinaus. ein kurzer blick in den computer genügt ihm und er sagt, dass sie das leider nicht an lager hätten. bei „quality bearing“ nimmt der chef eine schieblehre und misst den simmering (oil seal) genau aus. 2 wochen lieferzeit meint er und der simmerring koste 17.50 dollar. franz fragt ihn, ob das nicht schneller möglich sei. ja, wenn wir die luftfracht von can dollar 40 bezahlen, dann ist das teil übermorgen um 8 uhr morgens abholbereit. da gibt es nichts zu überlegen. in der zwischenzeit kommt noch erich vorbei. seit 1961 lebt er im yukon. als heimweh-österreicher hat er natürlich sofort den steyr entdeckt. er bietet uns sogar eines seiner autos an bis die reparatur erledigt ist. das ersatzteil wird tatsächlich wie versprochen geliefert. franz legt den simmerring mit grösster präzision ein und stellt die bremsen noch genau ein. wir hoffen, dass franz und silvia auch einmal diese hilfsbereitschaft erfahren dürfen, sollte es einmal nötig sein. nochmals vielen herzlichen dank!

zurück auf dem walmart parkplatz lernen wir noch die schweizer ursi und michel sowie sonja und lucas kennen. es ist wieder einmal erstaunlich, wie viele reisende hier anzutreffen sind. endlich müssen wir auch die steinschläge in der frontscheibe reparieren lassen. das ist nicht ganz billig, aber immerhin ist jede vierte „rock chip repair“ gratis.

 

goldrausch ohne ende

immer noch vom goldrausch befallen steuern wir skagway an. der sehr ernst wirkende officer mit pokerface am us zoll auf dem white pass stellt uns ganz streng die üblichen fragen. dann will er wissen, was für gemüse wir dabei haben. wahrheitsgemäss antworten wir: carrots and cabbage. der officer muss sich kurz umdrehen, damit wir das lächeln auf seinem gesicht nicht sehen können. entweder haben wir das komisch ausgesprochen oder die fantasie ist bei ihm durchgegangen. doch bald hat er die fassung wieder zurückgewonnen, gibt uns die pässe zurück und wünscht uns gute fahrt.

skagway ist sehr schön restauriert und eine richtige touristenfalle mit den üblichen souvenirläden. täglich spuken die kreuzfahrtschiffe tausende von besuchern aus. nach einem kurzen augenschein fahren wir nach dyea am chilkoot inlet. hier landeten im winter 1897/1898 tausende von goldsuchern mit dem schiff. jeder stampeder musste im winter lebensmittel für sich für mindestens 3 monate über den chilkoot pass bis zum lake bennett tragen. ab dort ist der yukon schiffbar bis nach dawson city. dann galt es, beim boot bauen mitzuhelfen, damit sie im frühjahr bei der schneeschmelze richtung klondike goldfelder losschippern konnten.

 

auf der suche nach den bären

in stewart/hyder hoffen wir, die bären beim lachs fischen am fish creek beobachten zu können. wir verbringen auf der aussichtsplattform einige stunden mit warten und plaudern. doch kein einziger bär lässt sich blicken. auf der suche nach einem übernachtungsplatz landen wir schliesslich beim salmon glacier. es ist der fünftgrösste gletscher kanadas, der dank einer holprigen minenstrasse relativ gut erreichbar ist. wir sind ergriffen von der grösse und schönheit dieses gletschers.

dann kehren wir zum fish creek zurück. lachse hat es in hülle und fülle. den bären ist es anscheinend zu heiss. ein park ranger glaubt, dass die bären nicht kommen, weil der lärm vom strassenbau seit einer woche zu gross geworden sei.

 

unterwegs mit den reisenomaden

in prince george entdecken wir beim home depot das fahrzeug von steffi und benny. das wifi ist hier sehr stark und die beiden konnten einige internet-arbeiten erledigen. gemeinsam fahren wir zum chubb lake. es ist aussergewöhnlich warm und wir bekommen lust, im glasklaren see zu baden. der schöne platz und das herrliche wetter lassen uns gleich vier tage dort verweilen. langeweile kommt keine auf. fritz zerlegt die herumliegenden baumstämme mit der motorsäge und benny spaltet die „rugel“ gekonnt in scheite. dann versucht benny bei unserem fahrzeug die spur einzustellen, doch eine schraube lässt sich einfach nicht lösen. fritz und benny tauschen noch die vorder- und hinterräder beim „man“. abends geniessen wir die stimmung am lagerfeuer.

steffi hat auf der webseite www.sitesandtrailsbc.ca ein paar schöne recreation sites auf unserer route nach süden ausfindig gemacht. meist sind es idyllische plätze an seen oder flüssen mit picnic-tischen, feuerstellen und plumpsklos, die kostenlos benützt werden dürfen.

beim hollow lake sind wir ganz alleine und können noch einmal die sonne so richtig geniessen.

beim 100 mile house trennen sich unsere wege und es heisst wieder einmal abschied nehmen. steffi und benny fahren richtung vancouver und wir nach little fort. es war eine schöne zeit mit euch und unsere wege werden sich bestimmt wieder kreuzen.

 

 

zum schluss noch ein tipp

 

alternatives mückenmittel:

1 teil listerine (mouthwash / zahn-/mundspülung) mit 5 teilen wasser verdünnen und in einen sprüher (sprayer) einfüllen und sich damit besprayen. wirkt erstaunlich gut und gibt keine flecken auf den kleidern. wir haben sogar reisende angetroffen, die sich die mundspülung unverdünnt direkt in das gesicht, an hände und füsse geschmiert haben.

auf jeden fall ist es nicht so giftig wie die üblichen mückenmittel, wo einem das gesicht einschläft wie nach einer spritze beim zahnarzt.

 


08.2012
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