10.2012 albuquerque - copper canyon (mexico)

balloonfiesta in albuquerque

in albuquerque steuern wir direkt das balloon fiesta parking an. alle rv-plätze sind schon lange ausgebucht. man sagt uns, dass wir am donnerstag versuchen können, einen der 100 drive-in-plätze zu ergattern. für 30 dollar – direkt an der strasse – no service. wir fahren erst mal zum balloon museum. dort haben wir zu unserer verwunderung mega starkes wifi. plötzlich klopft scott an die tür. er ist mitglied des organisationskomitees und totaler fan von overlander fahrzeugen. falls wir keine übernachtungsmöglichkeit finden würden, dürfen wir uns bei ihm melden. zudem offeriert er uns free passes. 

doch erst ist wieder mal grosseinkauf angesagt. beim einräumen wird fritz plötzlich von starken rückenschmerzen geplagt und kann sich kaum mehr bewegen. rosmarie hat vor der reise einen crash-kurs in reisemedizin absolviert. leider ist ausser den haarsträubenden geschichten aus dem bewegten leben der kursleitenden ärztin nichts hängengeblieben. also konsultieren wir das buch „wo es keinen arzt gibt“. empfohlene behandlung: einige tage auf dem rücken liegen und heisse kompressen. falls keine besserung eintritt, sofort einen arzt aufsuchen. also wieder rein in den walmart. in der selbstbedienung greift rosmarie nach starken schmerzmitteln (500mg ohne ärztliches rezept!!!!), schmerz-/wärmepflaster und wärmesalbe mit kampfer.

zum übernachten fahren wir zum sandia casino. der „security man“ überzeugt uns am nächsten morgen, dass hier der ideale platz für das beobachten der ballone sei. denn wir könnten vom angrenzenden golfplatz direkt auf das startfeld blicken und es würde sowieso alle ballone gegen das casino treiben. er sollte recht behalten. eine ganze woche bleiben wir in albuquerque beim casino und fritz macht seine „liegekur“. doch irgendwann wiederholen sich die massenaufstiege der ballone und die allabendlichen feuerwerke.

 

zäune, zäune – soweit das auge reicht

durch wüstenähnliche landschaft fahren wir weiter südwärts. die suche nach einem übernachtungsplatz entpuppt sich als eine unerwartet schwierige angelegenheit. alles, aber wirklich alles ist eingezäunt. wir nehmen den abzweig zum verlassenen minenort white oaks. auch hier ist alles abgesperrt. plötzlich taucht gerry mit seinem border collie greg auf und fragt, ob wir jäger seien. natürlich nicht! seine miene hellt sich auf und wir dürfen auf seinem hof übernachten. wir müssen ihm aber versichern, dass unsere hündin gandra keine pferde jagt. der 72-jährige gerry stammt aus alaska und verbringt den winter jeweils in white oaks. die minengesellschaft hat die goldmine stillgelegt, das land in parzellen aufgeteilt und nach und nach verkauft. inzwischen hat die „ghost town“ wieder 30 einwohner. gerry erklärt uns auch, warum in new mexico grosse landstriche eingezäunt sind. oft kommen jäger aus der stadt und bieten einem landbesitzer folgenden deal an: die „hunters“ bezahlen die einzäunung des grundstücks (oft 1000 acres oder mehr) und bekommen dafür während 10 jahren das exklusive jagd-recht.

 

white sands national monument

white sands (weisser sand) ist eine weisse wüste aus gips. gips trifft man selten in form von sand an, da er wasserlöslich ist. regen und schnee haben aus dem gestein der umliegenden berge gips gelöst und in das tularosa basin befördert. normalerweise würde der gelöste gips von flüssen in das meer befördert. aber im tularosa basin gibt es keinen abfluss. so bleibt der gips im becken gefangen und wird vom wind zu dünen aufgehäuft. es gibt sogar pflanzen und tiere, die sich an die unwirtliche umgebung angepasst haben. beim laufen knirscht es als würde man sich auf schnee bewegen. leider ist primitives camping mit einem fahrzeug nicht erlaubt. es darf nur mit einem permit an markierten stellen im zelt übernachtet werden. auch ist ein verlassen der „strasse“ mit dem auto strikt verboten. so müssen wir am abend einen anderen übernachtungsort finden. bei den aguirre springs (blm-land) sind wir alleine und freuen uns auf eine ruhige nacht. wir sind schon im bett, als um 11 uhr nachts eine gruppe jugendlicher mit lautem getöse angebraust kommt. um mitternacht denken wir, wir waren auch einmal jung. aber um 4 uhr morgens wird es uns dann bei diesem höllenlärm zu bunt. nach einem „silencio, por favor!“ kehrt endlich ruhe ein.

 

einreise nach mexiko 

wir entscheiden uns in el paso für den von „church“ empfohlenen grenzübergang santa teresa. nicht busy und genügend parkraum für „big rigs“. bei der ausreise aus den usa werden wir das erste mal kontrolliert und der grüne abschnitt wird auch gleich entfernt. dann die überraschung beim mexikanischen zoll. dieser zoll ist nur für kleine autos wegen dem „puente“ (überdachung beim zollgebäude). nebenan werden doch riesige kommerzielle trucks abgefertigt!???! sie wollen uns in die usa zurückschicken und empfehlen uns einen anderen grenzübergang in der stadt juarez. wir sagen ganz bestimmt, dass dies ausgeschlossen sei. eine junge zöllnerin und ihr noch jüngerer kollege wollen unser fahrzeug besichtigen. etwas angewidert meint die junge dame, dass dies ein „vehiculo tipo bunker“ sei. dann zucken die beiden die schultern und sagen, dann schaut halt, ob ihr ein „permiso“ bekommt. die immigration ist in 10 minuten erledigt. touristenkarte ausfüllen – 50 us dollar beim banjercito für 2 visas bezahlen – einreisestempel. dann wieder zum banjercito für die einfuhr unseres fahrzeuges. die jungs vom banjercito haben noch nie ein solches fahrzeug gesehen und wissen nicht, ob sie uns ein „permiso“ ausstellen dürfen. fotos von innen und aussen werden nach mexiko stadt gemailt. dann endlich nach 4 stunden das ok. und dann der hammer. unser fahrzeugausweis sei nicht mehr gültig. unsere erklärungen und beteuerungen, dass bei den schweizer ausweisen immer nur das datum der letzten inspektion aufgeführt werde, nützen nichts. der junge officer vom banjercito ist verunsichert und fragt die zollchefin. sie sagt, dieser ausweis entspreche nicht den gesetzlichen anforderungen von mexiko und sie gäbe uns kein „permiso“. nach einer weiteren stunde wird die zollchefin abgelöst und es kommt endlich bewegung in die sache. wir bekommen für unseren „man“ die einfuhrgenehmigung für 10 jahre. beim banjercito meinen sie, dass es dann aber unser problem sei, wenn wir mit diesem fahrzeugausweis in eine kontrolle kämen. es ist bereits 14 h als wir nach 5 ½ stunden endlich losfahren können. auf der „cuota“ (kostenpflichtige autobahn) schaffen wir noch 200 km. bei einem pueblo stellen wir unser fahrzeug bei einem ejido (gemeinschaftsland) ab. kaum sind wir ausgestiegen, kommt auch schon der dorfchef auf einem wunderschönen pferd angeritten und fragt, ob alles in ordnung sei. zum glück gibt er uns die erlaubnis, dass wir hier campem dürfen. todmüde fallen wir ins bett.

 

kupfer-canyon 

creel empfängt uns mit dauerregen. einige tage campen wir beim idyllischen lago arareco. fritz kann nochmals liegen und seinen rücken schonen. dann endlich klart es auf und die sonne zeigt sich wieder. wir möchten nach batopilas fahren. der ort voller palmen ist leichter zu erreichen als urique. da wir beim abzweig nicht sicher sind, ob die strasse nach batopilas nun offen ist oder nicht, fragen wir einheimische. die sagen uns, dass wir ohne weiteres nach batopilas fahren könnten. kurz vor la bufa ist aber schluss. wir landen in einer baustelle. der bauleiter sagt, dass wir wegen einem überhängenden felsen nicht durchkämen. die fahrt sei nur mit einem jeep zu schaffen. der ingenieur kommt und bietet uns an, dass wir mit ihm nach batopilas fahren könnten. wir wollen unser fahrzeug aber nicht 3 tage in der baustelle stehen lassen. also wieder zurück nach creel. wir nehmen nun doch den beschwerlichen weg nach urique unter die räder. am dritten tag müssen wir auf 15 km fast 1800 höhenmeter vernichten. nichts für schwache nerven - und wir kommen auf diesem abschnitt wirklich nur im schneckentempo voran! urique ist subtropisch und die temperatur von 38 grad haut uns fast um. lolo und seine zwei gehilfen sind schon ein paar stunden am schaufeln. sie wollten fruchtbare erde aus dem überschwemmungsgebiet des flusses holen. dann ist das auto im morast versunken und nichts ging mehr. unsere hilfe nehmen sie dankbar an. wir dürfen auf dem „ranchito“ (eine art riesiger schrebergarten mit hütte) von lolo und alejandra etwas ausserhalb von urique campieren. die beiden wohnen mit ihren kindern im ort. abends wird auf dem „ranchito“ eine party veranstaltet mit frisch gerösteten erdnüssen und café. das soll die lebensgeister wecken. es sind viele leute anwesend und es werden einige säcke umgepackt und auf die verschiedenen pick-ups geladen. das ganze wird mit stauden zugedeckt. wir bringen es nicht auf die reihe. doch der wohlstand von urique ist nicht zu übersehen und der kann nicht von den wenigen touristen und der bescheidenen landwirtschaft stammen.

 

zentrales hochland von mexiko 

im zentralen hochland von mexiko befinden wir uns meistens auf über 2000 m.ü.m. tagsüber haben wir temperaturen so um die 28 grad und nachts angenehme 15 grad. es gibt so gut wie keine campingplätze. wir übernachten am rande von kleinen dörfern oder auf abgeernteten feldern. einmal kommt um 8 uhr morgens ein landarbeiter mit traktor und pflug. er grüsst uns freundlich, obwohl wir dort stehen, wo er eigentlich ackern sollte. und dann bietet er uns sogar sein mittagessen an, was wir aber beschämt ablehnen.

zacatecas ist die erste kolonialstadt, die wir besuchen. sie hat den status als weltkulturerbe der unesco und die altstadt ist sehr schön restauriert. durch verwinkelte gassen mit kopfsteinpflaster geht es immer rauf und runter. es ist gerade eine fiesta im gange. gandra gefällt das gar nicht. sie flüchtet wegen den böllerschüssen und der anhaltenden trommelei ins auto.

in san miguel de allende fahren wir direkt zum altstadt-nahen camping der familie weber (www.sanmigueltennis.com/rv). hier treffen wir bärbel und joachim. die beiden sind den meisten panamericana-reisenden ein begriff, da jochim die informative webseite www.panamericanainfo.com aufgebaut hat und weiterhin pflegt. thomas ist mit seinem blue truck auf dem sprung nach südamerika. er ist gerade am organisieren von der verschiffung seines trucks per roro von veracruz (mexiko) nach kolumbien. betreffend sprachschulen können wir glücklicherweise von seinen positiven erfahrungen profitieren. rosmarie geht am montag zur academia hispano americana (www.ahaspeakspanish.com) und kann nach dem eintrittstest gleich mit dem schulunterricht anfangen. sie wird nun voraussichtlich während 4 wochen ihr spanisch auffrischen. in 30 jahren geht leider viel vergessen. javier gestaltet die grammatik-stunden abwechslungsreich und aide wirft in der konversationsstunde manchmal ganz heisse themen in die runde.


10.2012
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