12.2012 zentrales hochland von mexiko - pazifikküste

abschied von san miguel

am 6. dezember überraschen esther und erich die campergemeinde mit zwei grossen selbstgebackenen basler grättimaa’s und heisser schokolade. kein brosamen bleibt übrig, so lecker war es. am nächsten tag hat rosmarie noch ihr spanisch-examen in der academia. dann heisst es zusammenräumen und von unseren nachbarn auf zeit in san miguel de allende abschied nehmen. gandra ist sehr froh, dass wir abreisen. von dem ewigen geknalle von der nur 100 meter entfernten kirche - und dem dadurch verursachten stress - hat sie eine heftige ohrenentzündung bekommen. zum glück gibt es in der nähe vom rv park eine super tierärztin - die doctora alma.

 

pátzcuaro 

auf der grossen wiese vom camping villa pátzcuaro sind ausser uns nur zwei paare aus québec. so müssen wir unsere französisch-kenntnisse aus der mottenkiste holen. der accent ist sehr gewöhnungsbedürftig. sie sind sehr nett und erklären uns, wie wir mit dem colectivo ins historische zentrum kommen. einfach an der strasse die hand hoch halten, einsteigen und dem fahrer 6 pesos pro person in die hand drücken. es ist sonntag und in der altstadt ist sehr viel los. auf dem kleinen platz findet der markt statt und auf dem grossen platz geben musikanten ihre ständchen. verkleidete kinder „bödelen“ zur musik und imitieren so den „tanz der alten“. in einem ehemaligen dominikaner-kloster gibt es sehr viele kleine läden, die örtliches handwerk verkaufen: musikinstrumente, schnitzereien, keramik und bunte textilien. hier wirkt noch alles sehr authentisch.

leider ist es neblig und es regnet leicht. darum lassen wir die umrundung des lago de pátzcuaro fallen.

 

santuario de mariposa monarca

am späten nachmittag erreichen wir ocampo. von hier geht es noch 17 km den berg hoch nach el rosario. der parkplatz liegt oberhalb vom dorf auf 2800 m und dort kann man auch ruhig übernachten. an hunderten von buden vorbei geht es zum eingang des monarch-falter-schutzgebietes. im eintritt von 40 peses pro person ist auch der führer inbegriffen. zu fuss sind noch weitere 500 höhenmeter zu überwinden. die dünnere luft macht sich beim treppensteigen bemerkbar. dann sehen wir die schmetterlinge wie trauben an den bäumen hängen. sobald diese von der sonne beschienen werden, räkeln sie ihre flügel. nach einer stunde schwirrt es nur so in der luft und der boden leuchtet in orangen farben. bemerkenswert ist, dass die schmetterlinge jedes jahr im herbst von den grossen seen in den usa und kanada in nur 4-5 wochen 4‘500 km zurücklegen und den winter in mexiko verbringen. im frühjahr fliegen sie wieder nach nordamerika zurück.

 

valle de bravo

nach sehr kurvenreicher fahrt erreichen wir das valle de bravo. wir folgen der beschreibung des campingführers und landen auf dem fussballplatz. eigentlich kein schlechter ort zum übernachten. wir sehen die camper auf der anderen seite des neuerstellten zauns. dann finden wir endlich den eingang. der camping direkt am see ist sehr schön gelegen. nur hat der campingwart 3 hunde, die sehr, sehr krank sind. wir haben angst, dass sich gandra anstecken könnte und fahren am nächsten tag weiter. am ortseingang von valle de bravo hält uns die polizei auf und verbietet uns, ins historische zentrum zu fahren. wir parken am strassenrand und gehen zu fuss zum zócalo. dort sehen wir auf den bänken viele junge leute mit ihren laptops sitzen. der kleine hauptplatz ist free-wifi-zone. das finden wir echt fortschrittlich. auch sonst gefällt uns das ambiente des geschäftigen valle de bravo. mit den weissen häusern und den terracotta-dächern ist es ein wahres kleinod.

 

nevado de toluca – taxco, die silberstadt

das spezielle am erloschenen vulkan nevado de toluca ist, dass man mit dem auto bis auf fast 4200 m fahren kann. die piste ist zwar schlecht, aber oben angekommen eröffnet sich ein atemberaubendes panorama auf toluca und die vulkane, die mexico city umgeben. wir können sogar den popocatépetl und die dunstglocke über der hauptstadt erkennen. da uns die höhe nichts ausmacht, übernachten wir auf dem parkplatz. am anderen tag müssen wir zu fuss 200 höhenmeter zu den zwei kraterseen überwinden. es ist mega anstrengend. wir hecheln und gandra hat noch power zum spielen. ein paar mitglieder von einer olympia-mannschaft joggen leichtfüssig an uns vorbei.

als wir taxco erreichen, glauben wir, wir wären in einem weissen trichter gelandet. vom talboden bis hoch hinauf kleben die weissgetünchten häuser an den hängen. es ist sehr eng und die klopfsteinpflaster-gassen gehen entweder steil aufwärts oder abwärts. an jeder ecke hat es läden, die silberschmuck verkaufen. und überall kurven die vw-käfer-taxis herum. wir wollen eh nichts kaufen und so bleiben wir nicht lange. auf der suche nach einem nachtplatz landen wir in einem abgeernteten maisfeld.

 

acapulco und die pazifik-küste  

nach acapulco ist es nun nicht mehr weit. im acapulco trailer park in pie de la cuesta sind wir nicht die einzigen gäste. ingrid und werner aus bayern verbringen schon viele winter in acapulco. auch gisela und jörg sind bereits einige monate hier. 7 jahre sind sie schon auf der panamericana von süd nach nord unterwegs. sie haben sich ihren lebenstraum erfüllt und wollen im nächsten frühjahr nach deutschland zurückverschiffen – in der hoffnung, dass sie endlich grosseltern werden.

35 grad und 90 % luftfeuchtigkeit hauen uns fast um. wir liegen wie tote fliegen unter den palmen. unsere nachbarn lachen uns aus, denn sie frieren bereits bei 18 grad. der strand und die sonnenuntergänge sind traumhaft schön. nach 5 tagen verlassen wir das kleine paradies und das ohne, dass wir die legendären klippenspringer gesehen haben. es war uns einfach zu heiss.

im surferparadies puerto escondido fährt fritz trotz bedenken seitens seiner gattin auf den strand. während stunden betrachten wir die surfer und die strandschönheiten. dann beim wegfahren passiert es. wir sanden uns ein. schaufeln bei 38 grad und hoher luftfeuchtigkeit lassen den schweiss nur so rinnen. es nützt nichts. luft ablassen. wieder nichts. also sandbleche runter. da kommt ein strandaufseher von einem hotel und sagt: multa, multa (busse). parken am strand ist verboten. er fuchtelt mit seinem block und will unsere namen aufschreiben. no, no! wenn wir uns vom sand befreit haben und die reifen aufgepumpt sind, dann fahren wir gemeinsam zur polizei und dann sehen wir, ob die strafe rechtens ist. endlich kann fritz den „man“ wieder auf die strasse bewegen und rosmarie muss die sandbleche ausgraben. da gibt ihr der typ den befehl, dass sie alles wieder plan machen müsse. sie wird nun sehr böse und wirft ihm alle spanischen fluchwörter an den kopf, die sie kennt. wenn er nicht abhaue, würde sie sich bei der tourismusbehörde und bei der botschaft beschweren. endlich gibt er auf.

puerto angel ist das paradies für surfer, nacktbader und alt-hippies. das gewöhnungsbedürftige tropische klima lässt uns aber wieder ins hochland flüchten.

 

oaxaca

auf der kurvenreichen mex175 mit unzähligen topes (schlafende polizisten aus beton) rattern wir über die sierra madre. dauernd runter und wieder rauf schalten machen den fahrer müde. die topes sind auch nicht immer gekennzeichnet und wenn, dann ist für uns keine logik zu erkennen. andere länder – andere sitten. wir erreichen oaxaca und werden auch gleich von der polizei angehalten. beim rechtsabbiegen rotlicht überfahren – multa! ein rotlicht haben wir nicht gesehen. rosmarie versteht weder spanisch noch englisch und redet in schweizerdeutsch auf die polizisten ein. für die polizisten vergeht „wertvolle“ zeit und wir können weiterfahren. der oaxaca trailer park ist ein wahrer schock. einen so heruntergewirtschafteten camping haben wir noch nie gesehen. kein internet, verschimmelte duschen, nur kaltes wasser, sehr laut, 200 pesos. hier bleiben wir nicht. dann fahren wir zum san felipe campground. als wir ihn endlich finden, stellen wir fest, dass er geschlossen ist. fritz hupt ein paar mal. dann kommt der besitzer douglas und weist uns ziemlich barsch ab. er akzeptiert nur noch gäste, die mindestens einen monat bleiben. es ist der 21. dezember 2012 und die welt sollte gemäss maya-kalender heute untergehen. wir können nichts verlieren und rosmarie bringt es fertig, dass er uns trotzdem auf das gelände lässt. auf den 18‘000 m2 können wir uns ein plätzchen aussuchen. es hat hier noch zwei paare aus québec, die schon seit sieben jahren die wintermonate in oaxaca verbringen. douglas hat zwei pitbulls, die das gelände beschützen. das männchen rayo ist 10 jahre alt und verliert bald das interesse an gandra. die 4-jährige pita geht auf gandra los und es bricht ein richtiger zickenkrieg aus. nachdem auch gandra ein paar schrammen abbekommen hat ist endlich klar, dass sie die chefin ist. pita freundet sich mit uns an und begrüsst uns jeden morgen wie wild. sie lässt sich dann von fritz jeweils ausgiebig kraulen. die anderen gäste erzählen uns, dass pita diesen winter schon 3 streunende hunde und 2 katzen totgebissen habe. wir erfahren auch, warum der besitzer den trailer park nicht mehr aufrechterhalten will. da sich douglas tagsüber um seine mezcal-produktion kümmert und nicht auf dem platz ist, sind die meisten kurzauftenthalter ohne zu bezahlen abgehauen und haben eine sauerei hinterlassen. für uns ist es ein traumplatz mit super high-speed-internet und wir geniessen die stille und die natur inmitten von einem agave-feld. und oaxaca ist bis jetzt die schönste kolonialstadt, die wir gesehen haben. auch das essen ist ein traum. wir versuchen botana oaxaqueña (platte mit spezialitäten aus oaxaca) und huhn mit mole (schoko-chili-sauce). die chapulines (geröstete heugümper), die die indigenen frauen im mercado anbieten, schlagen wir jedoch aus.

am 23. dezember ist in oaxaca „noche de los rábanos“ (nacht der radiesli). rund um den zócalo werden geschnitzte kunstwerke aus radiesli (rote rettiche) gezeigt. die polizeipräsenz ist sehr hoch und die vielen besucher wollen die rábanos von möglichst nah betrachten. damit die schlange nicht immer noch grösser wird, drängen hilfspolizisten die leute auf den laufstegen zum weiterlaufen.

an weihnachten kommt douglas zu uns und sagt, dass heute bei ihm ein potluck dinner stattfinden würde. das heisst, alle, die eingeladen sind, bringen etwas zum essen mit. sch….., unsere vorratskisten sind fast leer. dank einem tipp von esther haben wir noch echten italienischen carnaroli-reis in san miguel gekauft. also weissweinrisotto und mit den resten wird noch ein rüebli-apfel-salat kreiert. ausser uns sind noch die leute aus québec und ein paar mexikaner eingeladen. es ist wirklich interessant, was da alles zusammenkommt. douglas hat einen riesigen schweinebraten gegart. susanne und andré bringen gemüsedips als vorspeise mit. sergio hat italienische pasta mit echt mexikanischer sauce zubereitet. es gibt zudem frijoles (mexikanische bohnen) und diverse salate. und das beste: nicole und jan bringen eine riesige selbst gemachte birnen-tarte mit. die ist so extrem gut, dass sie schwups in den mägen der gäste landet. ja, potluck dinners könnte man eigentlich bei uns auch einführen. es entlastet die gastgeber und die überraschungen sind echt toll. und natürlich können wir die verschiedenen mezcals degustieren, die unser gastgeber produziert. wieder einmal stellen wir fest: harte schale – weicher kern. etwas wehmütig verlassen wir oaxaca – wir kommen bestimmt wieder, denn auch die umgebung bietet sehr viel und das klima im winter ist perfekt.

 

hierve el agua – stausee benito juarez 

in mitla lassen wir die ruinen links liegen und fahren rechts eine 13 km lange schotterstrasse durch eine schöne berglandschaft. beim versteinerten wasserfall „hierve el agua“ können wir auch gleich auf dem parkplatz übernachten. wir fühlen uns alleine. plötzlich gibt gandra an und lässt sich nicht beruhigen. wir hören nichts und fritz öffnet mal vorsichtig das fenster. nichts. am morgen merken wir, dass uns jemand die zusatzscheinwerfer klauen wollte. die kabel sind schon ausgerissen. der rest ist zum glück noch dran.

wieder müssen wir die sierra madre überqueren. wieder unzählige kurven rauf und runter und wieder hunderte von topes überwinden. dann kommen wir zum stausee benito juarez. durch das strassengewirr finden wir einfach nicht den weg zum ufer. dann fragen wir einen moto-taxi-fahrer, ob er uns zur embarcadero vorfahren würde. ok, für 10 pesos. am strand hat es essstände, fischer und einheimische, die baden. auch wir haben lust, im seichten wasser zu schwimmen. gandra gefällt es, immer wieder die geworfenen holzstücke aus dem wasser zu fischen und mit fritz zu schwimmen. in tuxtla können wir wegen gandra nicht zu den miradores vom sumidero canyon fahren. wir hätten sie vorher verstecken müssen oder als „service dog“ ausgeben. als nachtplatz bietet sich der walmart an der nordumfahrung von tuxtla an. nebenan hat es einen bewachten hotelparkplatz und gebenüber von der strasse einen polizeiposten. super, und endlich finden wir wieder dänische butter. das ist nun wirklich das, was wir als echte butter bezeichnen würden. alles, was die mexikaner als mantequilla (wörtliche übersetzung: butter) verkaufen ist nichts anderes als grässliche margarine.

im hübschen städtchen chiapa de corzo wollen wir ein boot in den cañon de sumidero nehmen. als wir die touristenmassen sehen, haben wir keine lust mehr. es sind hauptsächlich reisegruppen, die in bussen anreisen und auch viele mexikanische touristen, die weihnachtsferien haben.

 

san cristóbal de las casas  

von 400 m kraxeln wir wieder auf 2‘100 m nach san cristóbal de las casas. durch sehr enge altstadtgassen – es geht wirklich jeweils auf jeder seite um ein paar cm - erreichen wir den camping rancho san nicolás. alles perfekt – ausser das sehr schlechte internet. in 20 minuten sind wir zu fuss im historischen zentrum. es hat viele hippies, budget traveller und künstler. die kolonialstadt wirkt noch sehr ursprünglich. einzig das temporäre eisfeld in der nähe des hauptplatzes finden wir etwas deplaziert. doch die kinder haben ihren spass. es war früher der markt der mayas aus den umliegenden dörfern. nun bieten sie ihre ware in der fussgängerzone feil. beim ehemaligen dominikanerkloster verkaufen künstler aus ganz mexiko ihre kunstwerke und schmuckstücke aus bernstein. im wuseligen lebensmittel-markt weiter nördlich verlieren wir uns aus den augen. fritz und gandra haben keinen müden cent dabei und wir wollten doch essen gehen. dann endlich nach einer halben stunde finden wir uns wieder in der nähe der mammas, die feine lokale spezialitäten anbieten. für 40 pesos bekommt man ein ganzes menu. soll man da noch selber kochen oder besser unbekanntes ausprobieren?


12.2012
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