01.2013 halbinsel yucatán

san cristóbal de las casas

wir verbringen einen ruhigen jahreswechsel auf der rancho san nicolas in san cristóbal. ausser uns sind noch zwei reisefreudige deutsche frauen (beide über 70!) mit vw-bus und die holländischen digitalnomaden diana und steven da. am nächsten tag die überraschung. silvia und franz fahren mit ihrem steyr auf den camping. die wiedersehensfreude ist gross. bei einem glas rotwein tauschen wir unsere reiseerlebnisse aus. am nächsten tag gehen wir gemeinsam ins städtchen, kaufen eine hängematte und bunte gewobene baumwolldecken. wir wollen unser zuhause farblich etwas aufpeppen.

 

palenque 

mit etwas wehmut verlassen wir unsere reisebekanntschaften und san cristóbal. auf schmaler strasse fahren wir hinunter richtung dschungel. es wird zunehmend wärmer und die luftfeuchtigkeit steigt mit jedem meter. zuerst besuchen wir den wasserfall agua azul. dort können wir auch übernachten. in der nacht wachen wir plötzlich auf. um uns herum dunkle gestalten mit taschenlampen. rosmarie ruft: que pasa? und fritz blendet die männer mit einer hellen led-lampe. es ist die sicherheitspolizei, die das gelände jede nacht absucht. nach diesem schrecken schlafen wir zum glück gleich wieder ein.

auf dem camping mayabell in palenque fängt es an zu regnen. die luftfeuchtigkeit ist bei sage und schreibe 100 %. alles ist feucht. sogar bei den büchern meint man, sie wären ins wasser gefallen. durch den abrupten klimawechsel vom hochland in den dschungel wird fritz krank. zum glück haben wir eine bordtoilette. die wc’s vom camping haben nur plastik-vorhänge. diese sind viel zu kurz und sind so starr, dass auch seitlich kein sichtschutz vorhanden ist. wer hat das schon gerne, wenn es ihm so mies geht. rosmarie nimmt vor dem camping ein colectivo (sammelbus) zum oberen eingang der ruinen. beeindruckend ist ihre lage mitten im dschungel. nach dem besichtigen der einzelnen tempel kann man am fluss entlang hinunter zu den wasserfällen laufen. die vielen verschiedenen grüntöne sind eine augenweide. vom unteren ausgang ist es nicht mehr weit zurück zum camping. in der nacht erwischt es dann auch rosmarie. ungewollt müssen wir unseren aufenthalt verlängern und uns mit hafersuppe kurieren.

 

izamal 

von anderen reisenden haben wir vom romantic hotel santo domingo in izamal gehört. auf schnellstem weg wollen wir dorthin und einfach nur relaxen, bis wir uns an das tropische klima gewöhnt haben. die schöne hotelanlage mit camping und die gute küche vom österreicher harald bringen uns schnell wieder auf die beine. wir können auch die wäsche waschen lassen. das ergebnis ist perfekt, weil sonia und harald professionelle hotel-waschmaschinen haben. wer will/muss kann hier auch gut am auto schrauben und ausmisten. einige europäer stellen auch das auto ab, wenn sie von cancún nach hause fliegen. wir schlendern ins zentrum und schauen dem bunten treiben auf dem markt und den plätzen zu. das spezielle an izamal ist, dass die häuser alle gelb gestrichen sind, was dem ort eine besondere atmosphäre verleiht. die spanier zerstörten in izamal den wichtigsten mayatempel und verwendeten dessen steine für den bau des klosters santo antónio de padua. in den arkadengängen erkennt man noch die steine, die von der pyramide stammen.

 

chichén itzá – valladolid 

chichén itzá ist die am besten restaurierte maya-städte und es wimmelt nur so von touristen. denn von cancún aus ist es ein tagesausflug hierher. leider darf man keine der ruinen mehr besteigen und so bleibt einem vieles verborgen. die vorstellung, dass hier viele blutige rituale mit zahlreichen menschenopfern stattfanden, hinterlässt bei uns ein etwas eingenartiges gefühl.

auch wir wollen einmal in einer cenote (unterirdische karsthöhle gefüllt mit süsswasser) schwimmen. bei der cenote suytun bei valladolid sind wir die einzigen gäste auf dem camping. der schöne swimmingpool ist sehr sauber und wir kühlen uns erst einmal hier ab. zur zeit ist gerade in der cenote eine maya-show im gange und wir verschieben das schwimmen dort auf den nächsten tag. die cenote hat einen bequemen einstieg und ist relativ gross. immer wieder versuchen uns kinder in kleine private cenotes zu locken. dort muss man oft über eine schmale leiter durch ein kleines loch in die cenote hinuntersteigen.

 

karibikstrände 

cancún lässt das camperherz nicht unbedingt höher schlagen. hier wollen wir unsere vorräte ergänzen und uns einmal die zona hotelera anschauen. in den hotelanlagen kann nur mit harten dollars bezahlt werden. hier und da gibt es zwischen den hotels eine fussgängerpassage zum strand für die einheimischen. ein durchkommen mit dem fahrzeug wäre unmöglich. auch wir möchten natürlich am karibikstrand baden. so fahren wir zum xpu-ha bonanza camping. der typ am eingang verlangt 150 pesos pro person und 100 pesos für den hund. wir glauben an einen scherz und müssen lachen. es wäre das erste mal, dass wir für den hund bezahlen müssten. wir fragen einen deutschen hippie mit mercedes rundhauber und hund. er schüttelt den kopf und sagt, dass er pro monat 4100 pesos bezahlen müsse und für den hund nichts. doch der mann an der kasse lässt nicht mit sich diskutieren. wir fahren zum benachbarten camping xpu-ha la playa. dieser platz ist fest in deutscher hand. dirck aus bielefeld schaut hier zum rechten. leider bleibt für uns nur noch ein platz hinter dem restaurant. der strand ist sehr schön und das wasser türkisblau. der nicht gerade von einem feinschmeckerlokal stammende küchenduft und die sandflöhe lassen uns bald weiterziehen.

der camping laguna azul an der laguna bacalar ist wie ein kleines paradies im dschungel. wir schwimmen in der lagune, relaxen in der hägematte und lauschen, was die tierwelt so alles für töne hervorbringt. bald stören uns die trabanos (beisswütige bremsen mit grossen mundwerkzeugen). sie hinterlassen auf der haut schmerzende wunden und bald sehen wir aus wie damals die junkies auf dem platzspitz.

mahahual ist ein beschaulicher ort mit einem riesigen cruise ship terminal. das vorgelagerte riff banco chinchorro ist das grösste korallenatoll der nördlichen hemisphäre und zieht viele taucher und schnorchler an. von harald haben wir den tipp bekommen, dass es nördlich von el placer sehr einsam sei. wir finden auch ein sehr schönes plätzchen. leider ist der strand voll von pet- und bierflaschen. anscheinend stammt der angeschwemmte müll von den kreuzfahrtschiffen.

ein paar tage auf dem camping yax-ha resort in chetumal lassen uns über die bücher gehen. wir beschliessen, doch nicht nach belize einzureisen. von nun an geht es wieder richtung norden.

 

golf von mexiko

bald sind wir wieder am golf von mexiko. kurz vor dem einnachten erreichen wir den camping in isla aguada. die betreiberin des campings, eine ältere amerikanerin, bemerkt sofort, dass wir schweizer sind. sie verlangt gleich einen unchristlichen preis für nichts. angesichts der drohenden dunkelheit lässt sie nicht mit sich handeln. wir fahren weiter zur strandpromenade. bei der einwasserungsstelle für die fischerboote finden wir einen platz zum übernachten. gegenüber in der stillgelegten eisfabrik hausen drei alkis. zwei davon trinken aus aufgeschnittenen petflaschen reinen spiritus. der dritte sitzt noch lange auf der hafenmauer und spricht mit sich selbst. und ein ein paar mal rüttelt er an unserer treppe. da kommt rosmarie auf die bösartige idee, dass wir den mit unserer angebrochenen tequila-flasche ruhig stellen könnten. und normalerweise bestiehlt man einen amigo nicht. gesagt, getan. fritz geht mit der tequila-flasche hinaus. die augen des alkis leuchten. er nimmt einen kräftigen schluck und will die flasche zurückgeben. fritz deutet ihm, dass er sie behalten könne. muchas gracias, amigo. gleich sind die anderen zwei auch wieder da und sie teilen sich das „edle“ gebräu. bald geben sie ruhe und gehen zurück zu ihrem schlafplatz in der fabrik. als wir am nächsten morgen abfahren, winken sie uns zu und sagen: adios, amigos.

als wir den lago de catemaco erreichen, sagen wir beide „wow“ wie aus einem munde. der see ist umgeben von lauter vulkanhügeln. der stadtnahe camping wird seit 11 jahren vom amerikaner jean betrieben. in den dazughörenden apartments wohnen das ganz jahr über hauptsächlich betagte amerikaner. sonntags gibt es immer happy hour (schweizerisch: apéro). alle nehmen etwas zum trinken und knabbern mit. spät in der nacht hören wir einen vw-bus auf das gelände fahren. es sind zwei deutsche grossmütter, die ihren vw-bus von emden nach veracruz verschifft haben. sie sind gestern nach abholung des campers gleich von veracruz nach catemaco gedüst und wollen heute noch san miguel de allende erreichen. der sohn von der einen bekommt bald nachwuchs und darum hetzen die zwei anschliessend noch nach new york. wir wollten sie ein bisschen ausquetschen wegen der verschiffung. sie waren aber so in eile und hatten leider keine zeit zum plaudern. wahnsinn, so ein tempo mit 75 jahren.

wir fahren weiter nordwärts am golf von mexiko entlang. es geht vorbei an zuckerrohrfelden, tabakplantagen und bananenplantagen. bei san andres tuxtla hat es gleich mehrere zigarrenfabriken und fritz kann seine schatztruhe wieder auffüllen.

in la mancha sehen wir das schild playa paraiso. eine kleine, flache süsswasserlagune ist vom meer nur durch eine schmale sandbank abgetrennt. viele mexikanische familien sind am baden und fischen. einmal haben wir gezählt und es sind sage und schreibe 19 personen und 2 hunde in einen pick-up und auf dessen ladefläche gestiegen.

wir haben den tipp bekommen, dass der camping coco loco an der costa esmeralda von einem schweizer betrieben wird. leider weilt martin gerade in der schweiz, weil seine mutter ernsthaft erkrankt ist. katja erklärt uns alles und wir legen uns gleich in die hängematten und schauen auf den ozean hinaus. bald kommt auch der deutsche uwe mit seiner mexikanischen frau katy und den zwei pudeln snoopy und fuzzy an. wenn es in puebla kalt wird, verbringen die vier jeweils eine gewisse zeit bei martin. diesmal will aber das wetter nicht so richtig mitspielen. die sonne verschwindet am nächsten tag. so machen wir einen ausflug nach la antigua vera, nördlich von veracruz. dort besuchen wir das haus, wo cortés gewohnt hat und auch den ort, wo er die schiffe versenkt haben soll, damit die meuternden seefahrer nicht mehr nach hause konnten. am nächsten tag geht katy mit rosmarie in san rafael eine echt mexikanische orangenpresse (exprimidor) suchen. nochmals vielen dank an uwe und katy.


01.2013
Landkarten von Europa auf stepmap.de
StepMap 01.2013