02.2013 golf von mexiko - texas - louisiana - florida

el tajin

immer wieder haben wir den aufenthalt auf dem coco loco camping in casitas verlängert. es hat uns so gut gefallen – der einsame strand, die schönen palapas mit hängematten, tischen und stühlen, das restaurant, wifi – auch katja, die den besitzer martin vertritt und sonst romane und filmskripte schreibt. dann nehmen wir den weg zu den ruinen in el tajin unter die räder. es ist die ruinenstädte, die uns bis jetzt am meisten angesprochen hat. vor allem die nischenpyramide ist sehr sehenswert. es wird vermutet, dass die 365 nischen die tage des sonnenjahres darstellen.

jeden tag finden vor dem eingang zu den ruinen die vorführungen der voladores statt. fünf männer steigen auf eine schmale plattform oben auf dem mast. der anführer spielt auf einer flöte und gibt mit der trommel den takt an. die anderen vier binden sich mit seilen fest, die um die stangen der plattform gewickelt worden sind. auf ein signal stürzen sich die vier kopfüber in die tiefe. die männer drehen sich um die stange und die seile werden abgespult bis die voladores schliesslich auf dem boden landen. jeder macht 13 umdrehungen. es soll den 52-jahre-zyklus des aztekischen kalenders symbolisieren.

 

nordwärts zur us-grenze 

bis tampico rumpeln wir wieder über unzählige topes. nach der umfahrung dieser hafenstadt geht es sehr schnell nordwärts. denn schlagartig hören die topes auf und die schnellstrasse ist relativ gut ausgebaut. wir staunen, wieviele ausrangierte lastwagen und schrottautos von den usa nach nicaragua überführt werden. an einer tankstelle erzählt uns ein fahrer, dass dies ein sehr lukratives business sei. seine frau lacht und sagt, wir sollen doch mit ihnen nach nicaragua kommen. ihr mann fahre aber sehr schnell. weiter nördlich gibt es ausser unzähligen raffinerien nichts mehr zu sehen. südlich von reynosa tanken wir nochmals voll und investieren die letzten pesos in „indio“ und „sol“. zum glück bleiben uns noch ein paar münzen übrig. denn es gibt noch zwei mautstellen. 7 pesos für die umfahrung zur pharr international bridge und 26 pesos für die brücke. um 17 uhr lassen wir vor der brücke beim banjercito den sticker für die temporäre auto-einfuhr entfernen und erhalten dafür eine quittung. dann geben wir noch die touristenkarte zurück und bekommen den ausreisestempel. leider dürfen wir die unterwegs am strassenrand gekauften zuckersüssen früchte nicht über die grenze nehmen. wir haben zwar jeden morgen noch mandarinensaft (mmhhh….) gemacht. die übriggebliebenen früchte schenken wir einem parkwächter. er flippt fast aus vor freude. die pharr international bridge führt über niemandsland und plötzlich stehen wir vor dem amerikanischen zoll. es herrscht zum glück nicht viel betrieb. der grenzbeamte findet unser auto cool. er sagt, sein kollege könne etwas deutsch. das einzige deutsche wort, an das dieser sich noch erinnern kann ist „oktoberfest“. dann werden wir zum immigration officer geführt. der beamte interessiert sich hauptsächlich, wo wir in mexiko waren, wie es war und ob rosmarie dort verwandte habe. ohne probleme bekommen wir wieder 90 tage.

wir schaffen es noch bis zum walmart in mcallen/pharr. die ganze nacht kurvt die security mit dem auto auf dem parkplatz herum. am morgen sehen wir, dass es eine ziemlich betagte frau ist, die diesen job ausübt. sie kommt zu uns und möchte wissen, was wir da für einen „tank“ haben.

 

texas - louisiana

dann fahren wir an riesigen ranches und ölraffinerien vorbei. so wie man sich eben texas vorstellt. in houston gehen wir als erstes zum amerikanischen automobilclub (aaa). dort bekommen wir alle benötigten strassenkarten und unterlagen. anschliessend besuchen wir das space center. wir sind etwas enttäuscht, denn wir haben uns das ganze viel imposanter vorgestellt. einen grossen teil machen souvenirshops und fastfood-lokale aus. alles unangenehme wird ausgeblendet: sputnik-schock, rückschläge und tödliche unfälle. das interessanteste für uns ist der vortrag über die noch laufende mars-mission. trotz der ausstellung von mondgestein sind bei rosmarie die zweifel nicht beseitigt worden, ob die mondlandung wirklich stattgefunden hat. diese hegt sie nämlich, seit wir „craters of the moon“ besucht haben. die interstate 10 führt jetzt über kilometerlange brücken durch riesige sumpflandschaften. vor new orleans sind im bayou segnette state park alle campsites reserviert. die farbige park-rangerin ist sehr freundlich und erlaubt uns, dass wir die dump station benützen dürfen und bei einem noch nicht belegten platz den wassertank auffüllen können. dass wir beim boomtown casino das einzige rv sind, das erstaunt uns. denn seit donnerstag ist karneval und der wird in new orleans ausschweifend gefeiert. am rosenmontag und „mardi gras“ regnet es so stark, dass wir jeweils nur kurz mit gandra gassi gehen und vom fasnachtsgeschehen wenig mitbekommen. dann endlich klart es auf und wir nehmen die personenfähre über den mississippi. im french quarter herrscht reges treiben. überall live-musik und darbietungen von künstlern. die atmosphäre ist so cool, dass wir eine ganze woche in new orleans bleiben. leider verheisst unser „weather app“ nichts gutes. kälteeinbruch vom norden her. statt den natchez trace parkway (natchez – nashville) zu fahren, entschliessen wir uns kurzfristig für florida. wir erwarten nicht viel, da wir bis jetzt von anderen reisenden nur eines gehört haben: langweilig.

 

auf nach florida

die staaten mississippi und alabama sind auf der i-10 schnell durchfahren. wir landen im panhandle (pfannenstiel) von florida. hier werben sie mit dem ursprünglichen florida – der vergessenen küste. und tatsächlich ist dieser landstrich mit den vorgelagerten golf-inseln und den putzigen kleinen küstenorten eine positive überraschung für uns. einige dieser gulf islands sind unter nationalpark-verwaltung (gulf islands national seashore) oder es sind state parks mit campingmöglichkeiten. auch an der küste gibt es state parks mit schönen campingplätzen und schneeweissen stränden. die gute nachricht: in den florida state parks sind die hunde auf den trails erlaubt – an den stränden aber nicht.

in cross city müssen wir mal wieder. fritz ist in den restrooms und rosmarie am tanken. da kommt der sheriff angesaust, stoppt bei der tanksäule und steigt schnell aus. ma‘am, darf ich ihnen ein paar fragen stellen? rosmarie zuckt innerlich zusammen, nimmt aber ihren ganzen charme zusammen und lächelt den sheriff an. selbstverständlich! nein, er interessiert sich nicht für uns - nur für das auto: dieselverbrauch, gewicht, 4-wheel-drive etc. etc.

in crystal river besuchen wir den homosassa springs wildlife state park. vom visitor center aus wird man auf einer 20-minütigen bootsfahrt zum eingang des tierparks gebracht. von einer plattform aus können wir unsere ersten manatees (seekühe) im crytal river sehen. im park selber hat es ein becken mit vier manatees, die von schiffsschrauben so starkt verletzt worden sind, dass sie nicht mehr in die freiheit entlassen werden können. obwohl die manatees hässlich sind, finden die meisten diese tiere sehr aufregend. vor allem die vielen schulkinder sind entzückt. wir schauen uns noch die alligatoren, die florida panthers und die rosafarbenen flamingos an. zurück beim parkplatz spielt fritz mit gandra. ein junger polizist weist fritz in die schranken: dog on the leash (hund an die leine). fritz macht ein paar gehorsamsübungen mit gandra. der polizist noch schärfer: dog on the leash. fritz erklärt ihm, gandra sei ein „avalanche rescue dog“ (lawinensuchhund / ähm – stimmt natürlich nicht) und er täglich mit ihr üben müsse und das gehe nicht mit der leine. der polizist wird noch deutlicher: dog on the leash. it’s the law! endlich begreift fritz, dass er an der „kürzeren leine“ ist und der polizist ihn wegen gesetzesübertretung verhaften könnte. der letzte schrei: es gibt amis, die stecken ihre kleinen hunde in baby-tragesitze. so können sie die hundeverbote in restaurants, läden, an stränden und auf trails umgehen.

es ist wochenende als wir st. petersburg erreichen. leider ist im im desoto state park kein campsite mehr frei. wenigstens können wir noch dumpen. wir kommen mit einer deutschen familie ins gespräch. die eltern sind in der glücklichen lage, dass sie ihre erwerbsarbeiten online erledigen können. darum reist die familie im womo durch die welt, bis die kinder in die schule müssen.

was man in st. petersburg auf keinen fall auslassen sollte, ist der besuch des dali museums. die sammlung des ehepaars morse ist sehr beeindruckend. vor allem die vier monumentalbilder sind einmalig. in der ausstellung hat es ungewöhnlich viele security leute. sobald sich einer komisch bewegt sind sie gleich da.

bei fort myers verbringen wir noch einen tag auf sanibel island. die insel ist so überlaufen, dass wir fast platzangst kriegen. auf dem malerischen highway 41 fahren wir bis zur big cypress national preserve. der monument lake campground ist sehr speziell. die campsites sind um einen grösseren teich herum angelegt. im kleinen see leben 3 american alligators (zur erinnerung: alligatoren bevorzugen süsswasser und die krokodile salzwasser). wir können sie von unserem platz aus beobachten. normalerweise interessieren sie sich nicht für menschen. als gandra eines dieser tiere im wasser wahrnimmt, bellt sie. der alligator dreht sich in unsere richtung und schwimmt gegen das ufer. schnell packen wir gandra ins auto und wir sind auch sprungbereit. doch bald verliert der alligator das interesse an uns. wahrscheinlich war er nicht hungrig.

gegenüber vom campingplatz beginnt eine loop road, die uns die rangerin fast wie eines der letzten grossen abenteuer geschildert hat. es ist aber eine schotterstrasse, die sogar von normalen pkw’s befahren werden kann. wir sehen viele sumpfzypressen, alligatorenbabys, ibisse, schlangenhalsvögel.

in homestead stellen wir uns beim lowe’s (baumarkt) hin. der hat normalerweise das stärkste wifi. uns ist der lesestoff ausgegangen und wir wollen wieder online bücher kaufen. in deutschland sind sie da schon lange viel weiter. da kann man bei einigen bibliotheken die bücher auch online ausleihen.


02.2013
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