carretera austral - ruta 40   11.2016

Internet

Als wir endlich wieder einmal brauchbares WiFi haben, lesen wir die unglaubliche Neuigkeit. Trump ist zum Präsidenten der USA gewählt worden. Wir machen uns Gedanken, was das für die Wirtschaft, den Weltfrieden und die Reisefreiheit bedeuten könnte.

Sonst werden wir vom Internet ziemlich „entwöhnt“. Wir wollten es erst nicht glauben, dass der Empfang mit einer SIM-Karte in Argentinien so unglaublich langsam und instabil ist. Zum Glück wird bei den meisten YPF-Tankstellen freies Internet angeboten. In Chile ist die Infrastruktur diesbezüglich um Welten besser und wir haben mit der SIM-Karte fast überall 3G-Empfang. Manchmal gibt es in Chile auch ein offenes Netz vom „Gobierno“ bei den Hauptplätzen in den Städten.

 

Parken

Leider herrscht bei diesen „Plazas de Armas“ oft Parkverbot für „Camiones“. In Coyhaique beim 5-eckigen Hauptplatz ist das noch kein Problem. Die verantwortliche Dame will uns einfach 3 Parkfelder verrechnen. Fritz fährt noch ein bisschen vor und wir können uns dann mit der Kassierin auf 2 Plätze einigen. In Cochrane sehen wir, dass bei der Plaza de Armas parken für LKW’s verboten ist. Wie immer meint Fritz, wir haben ein Casa Rodante und keinen LKW. Wir zapfen das Internet von der Stadt an und sind glücklich über die Geschwindigkeit des Netzes. Es geht nicht lange und jemand klopft an die Tür. Draussen steht ein Polizist und fragt freundlich, ob wir das Verbotsschild für „Camiones“ nicht gesehen hätten. Doch, aber das ist ein Casa Rodante. Der Ordnungshüter will wissen, wer der Besitzer vom Fahrzeug ist. Da Rosmarie nun mal an der Türe steht, zeigt sie auf sich selber. Der Polizist schaut etwas ungläubig und will den Führerausweis sehen. Er prüft, ob sie überhaupt die Fahrerlaubnis für ein solches Fahrzeug hat. Die Daten trägt er von Hand in ein dickes Buch ein. Dann sagt er: Señora Rosa Maria! Sie bekommen jetzt eine „Educación“. Also in Chile ist allein die Dimension eines Fahrzeuges entscheidend und nicht ob Personenbus, Wohnmobil oder LKW. Er zeigt in den Fahrzeugpapieren demonstrativ auf MAN. Aber Señora, ein MAN ist doch immer ein „Camion“. Dieses Mal kommen wir noch ohne Busse weg. Aber wir müssen uns sofort auf einen anderen Parkplatz gegenüber vom Polizeiposten bewegen.

Dann und wann ist das Parken für eine Pause oder die Suche nach einem Übernachtungsplatz nicht einfach. In Patagonien ist jeder noch so unfruchtbare Flecken eingezäunt. In solchen Situationen sind wir sehr froh über die App iOverlander. Dort finden wir meist doch noch einen Hinweis auf einen guten Stellplatz. Oft gibt es an Flüssen oder Seen traumhafte Plätze, die auch für die Allgemeinheit zugänglich sind.

In Puyuhuapi stellen wir uns am Fjord bei den Fischerbooten hin. Wir fragen einen Einheimischen, der gerade Holz von seinem Boot ablädt, ob das OK sei, wenn wir hier übernachten. Er hebt den Daumen und sagt, wir seien hier sicher. Am nächsten Morgen kommt das Wasser bis an unser Fahrzeug. Jetzt erst realisieren wir, dass er die Flut meinte.

Vom legendären patagonischen Wind sind wir bis jetzt mehr oder weniger verschont geblieben. Mit Ausnahme an der Playa Escondida als wir fast auf Tuchfühlung mit den See-Elefanten stehen. In der Nacht werden die Fall-Böen plötzlich extrem stark. Wir werden jedes Mal so durchgeschüttelt, dass an schlafen gar nicht mehr zu denken ist. Freiwillig suchen wir dann im Dunkeln eine windstillere Ecke.

 

Einkaufen

In jedem neuen Land erlebt man beim Einkaufen immer wieder Überraschungen. Wir können es nicht glauben, aber ein Kilo Fleisch von bester Qualität ist oft kaum teurer als ein kg Gemüse oder Obst. Das Angebot ist aber vor allem in den kleinen Läden sehr beschränkt. Dafür ist die Auswahl an guten Weinen recht gross und der Pisco (eine Art Grappa) ist ebenfalls nicht zu verachten.

Auch der MAN muss nicht darben. An den meisten Tankstellen gibt es jetzt auch eine Zapfsäule mit EURO-Diesel.

 

Gefahrene Strecke

Punta Pardelas – Punta Ninfas – Playa Escondida – Punta Tombo – Trelew – westwärts dem Rio Chubut entlang – Paso de Indios – Piedra Parada – Esquel – PN Los Alerces – Trevelin – Grenze Argentinien / Chile bei Futaleufu – Villa Santa Lucia – Carretera Austral: Puyuhuapi – PN Queulat - Coyhaique – Villa Cerro Castillo – Puerto Rio Tranquilo –Cochrane – Grenzübergang Chile / Argentinien bei Paso de Roballos – Lago Posadas – Ruta 40: Bajo Caracoles – Lago Cardiel – Gobernador Gregores – El Chaltén (Fitz Roy) – El Calafate