01.2017 patagonien - insel chiloé

Am Neujahrsmorgen wollen wir nichts wie weg aus dem Nationalpark Monte León. Vom Campsite bis zum Eingang sind es 20 km. Die Piste ist zum Teil noch unter Wasser. Für unseren 6x6 kein Problem. Das Eingangstor ist mit einer Kette und einem Schloss gesichert. Wieder 20 km zurück und den Park Ranger wecken oder gleich mit Werkzeug auffahren? Dann stellen wir fest, dass ein Kettengleich bereits durchgesägt ist und wir können das Tor glücklicherweise öffnen.   


Weiter nördlich ab Puerto San Julian nehmen wir den Camino Costanero unter die Räder. Hier gibt es zahlreiche schöne Plätze zum frei stehen. Viele Einheimische sind noch am feiern. Oberhalb der Lobería stellen wir uns in den Wind. Es schüttelt uns hin und wieder kräftig durch. An der Klippe können wir Seelöwen und auch Kormorane beobachten.    

 

Auf der Ruta 3 fahren wir weiter nach Norden und zweigen zum Bosque Petrificado ab. Von der grünen Pampa kommen wir jetzt in ein wüstenartiges Gebiet. Bunte Steine, Zeugenberge, Vulkane und darüber der endlose blaue Horizont.

 

 

 

Beim Museum muss man sich beim Park Ranger registrieren und einen 20-minütigen Vortrag über sich ergehen lassen. Erst dann darf man den 2 km langen Weg durch den versteinerten Wald unter die Füsse nehmen. Der Ranger wird uns auch aus „Sicherheitsgründen“ mit dem Fernglas beobachten. Die versteinerten Aurakien sind denn auch beeindruckend. Sie wurden bis 41 m hoch und der Durchmesser betrug mindestens 1,5 m.

 

 

 

 

Der weitere Weg führt uns westwärts quer durch den Kontinent Richtung chilenische Grenze. Bei dieser Bodenbeschaffenheit erstaunt es nicht, dass die ganze Gegend mit Ölförderpumpen übersät ist.

 

 

 

 

Der patagonische Wind tobt um uns herum. Manchmal schlagen einem die starken Windböen fast das Steuerrad aus der Hand. Einen starken "Luftschlag" gibt es jeweils auch, wenn uns LKW’s oder Sattelschlepper kreuzen.

 

 

 

 

Vor der chilenischen Grenze suchen wir uns am Lago Argentina einen Platz mit etwas Windschutz. Die Vorbereitungen für einen weiteren Grenzübergang laufen auf Hochtouren.

 

 

In Chile Chico kaufen wir noch ein und dann nach 50 km auf guter Piste erreichen wir den Lago Jeinimeni. Unterwegs passieren wir wieder einmal eine für uns etwas grenzwertige Brücke. Es fängt an zu schneien und es wird richtig kalt. Zum Glück können wir uns in der warmen Stube aufhalten. Die vielen Radfahrer und Tramper tun uns richtig leid. Ein Landsmann mit Backpack unterwegs findet es schade, dass wir bei dieser Grösse von Fahrzeug kein Gästezimmer haben.

 

Auf dem Weg zurück nach Chile Chico wartet noch ein 7,2 km langer Rundwanderweg auf uns. Der Aufstieg ist steil, doch die Mühe lohnt sich. Denn direkt am Trail gibt es drei Sehenwürdigkeiten: Piedra Clavada („Nagel-Stein“), eine Höhle mit Felszeichnungen und das Mondtal.

Bald sind wir wieder auf der Carretera Austral. Wir wollen noch nach Tortel, ein Dorf komplett auf Stelzen gebaut. Alle Häuser sind mit Stegen verbunden und nur zu Fuss erreichbar. Vor dem Bau der Verbindungsstrasse in den Süden war die Versorgung der Einwohner nur auf dem Seeweg oder auf Saumpfaden gewährleistet. Nun wird der sehr spezielle Ort mehr und mehr von den Touristen entdeckt.    

Im November haben wir die Carretera Austral südwärts befahren. Der Zustand der Strasse hat sich seither durch die vielen Regenfälle massiv verschlechtert. Wir holpern nun Richtung Norden von einem Schlagloch zum anderen. Es wundert uns nicht, dass wir an einem einzigen Tag drei Autos seitwärts im Graben liegen sehen.

 

 

In Puerto Rio Tranquilo machen wir diesmal das übliche Touri-Programm mit und tuckern mit einem Boot zu den Marmorhöhlen.    

 

 

Nach ziemlich zügiger Fahrt sind wir in Chaitén angekommen. Der Ort ist seit dem Vulkanausbruch im 2008 immer noch im Aufbau. Am nächsten Tag giesst es wie aus Kübeln und der Ausflug in den Pumalin Park fällt buchstäblich ins Wasser. Bis die Fähre nach Quellón auf der Insel Chiloé ablegt, nützen wir noch das freie Internet vom Gobierno aus. Es gibt wieder einmal News und Unterhaltung aus der Heimat.

 

 

 

 

Beim Fähranleger in Chaitén treffen wir die „Namibier“ Christa und Martin. Die beiden haben wir auf der Península Valdés kennengelernt.

Die Autos müssen rückwärts auf die Fähre gefahren werden. Pünktlich um 10 Uhr legen wir ab und kommen nach 4 Stunden in Quellón auf der Insel Chiloé an.   

 

In Quellón befindet sich der offizielle Anfang bzw. das Ende der Panamericana. Von hier bis Anchorage in Alaska sind es 21'000 km. Wir campieren beim Monument und treffen auf andere Overlander. Darunter sind auch einige Motorradfahrer.   

Die Insel Chiloé ist berühmt für seine Holzkirchen, Schindelhäuser und Palafitos (Häuser auf Stelzen).

von links nach rechts: Christa, Martin, Bruno, Renate, Fritz
von links nach rechts: Christa, Martin, Bruno, Renate, Fritz

 

 

Im Norden der Insel haben wir uns einen angeblich einsamen Strand ausgesucht. Wir können es kaum glauben, aber da steht schon das Pepamobil. Renate, Bruno und Lola haben wir seit der Zeit bei Punta Pardelas nicht mehr gesehen. Ein paar Stunden später trudeln auch noch die „Namibier“ Christa und Martin mit ihren zwei Hunden ein. Die Wiedersehensfreude ist gross.     

 

 

 

 

Auf dem Parkplatz bei der Skiliftstation vom Vulkan Osorno kommt es wieder zu einem kleinen unerwarteten Overlander-Treffen. Bald trudeln Irmi und Peter, Christa und Martin und später noch Renate und Bruno ein.

Martin, Irmi, Peter
Martin, Irmi, Peter

 

 

 

 

 

Free WiFi auf dem Skilift-Parkplatz. Wie haben wir früher doch nur ohne Internet überlebt?

 

Bei der erneuten Einreise nach Argentinien wird unsere Hütte fast auf den Kopf gestellt. Eine junge ehrgeizige Zöllnerin wühlt über eine Stunde in unseren Schränken und verursacht hinter uns einen regelrechten Stau. 

 

Ruta de los 7 Lagos:

Freie Camps am Rio Pichi Traful und am Lago Huechalufquén mit Blick auf den Vulkan Lanín.

Gefahrene Strecke:

PN Monte León – Puerto San Julián (Camino Costanero) – Bosques Petrificados – Fitz Roy (RN 3) – Grenzübergang Argentinien / Chile beim Paso Río Jeinimeni – Reserva Nacional Lago Jeinimeni – Chile Chico – Carretera Austral (Cochrane – Tortel – Cochrane – Puerto Río Tranquilo - Coyhaique – Chaítén) – Insel Chiloé – Puerto Montt – Puerto Varas – Vulkan Osorno – PN Puyehue – Grenzübergang Chile / Argentinien beim Paso Cardenal A. Samoré - Ruta de los 7 Lagos – PN Lanín