mauretanien 2019

Im Niemandsland vor der mauretanischen Grenze folgen Verhandlungen mit den spanisch sprechenden Anführern einer Blockade. Angeblich protestieren sie gegen neue Gewichtsbeschränkungen für LKW's. Dank Rosmarie's erfundener Geschichte wie aus "1001 Nacht" bekommen wir das OK zur Weiterfahrt - aber nur, wenn wir bei der Lücke durchkommen. Konzentrierte "Zentimeter-Arbeit" ist gefragt. Das klappt nur wegen der langjährigen LKW-Erfahrung von Fritz.

entlang der erzbahn

In Bou Lanouar lassen wir Luft ab. Kurz danach erblickt Rosmarie ihren Wunsch-Übernachtungsplatz bei einer Düne. Es folgt eine kurze Schaufelaktion. Noch liegt eine 370 km lange Offroad-Strecke mit vielen Tiefsand-Passagen vor uns.

Ein Wüstencamp mit grandiosem Sternenhimmel. Plötzlich wird die Stille der Nacht durch das Rattern eines schweren Erzzuges unterbrochen - irgendwie surreal.

Innerhalb von 24 Std. verkehren in beide Richtungen je 4 Züge. Eine Zugskomposition ist bis zu 3 km lang. Unglaubliche 3 km beträgt der Bremsweg. Mehr Infos über die 700 km lange Bahnstrecke Nouadhibou - M'Hadouat mit den schwersten Zügen der Welt bei Wikipedia.

Die Bahnstrecke muss gewartet und immer wieder vom Wüstensand befreit werden.

 In früheren Zeiten gab es dann und wann Überfälle und Anschläge auf die Bahn.

An der Bahnstrecke sind im Laufe der Zeit ein paar Dörfer entstanden.

Der Ben Amira ist der drittgrösste Monolith der Welt. Ein magischer Ort und ein Highlight auf dieser atemberaubenden Strecke.

Über eine tiefsandige Piste erreichen wir den kleineren Monolithen Ben Aischa. Bei einem Millenium-Event (1999/2000) haben 16 Künstler in Steine gehauene Kunstwerke erschaffen.

Auch kreativ!

Bis Choum sind es nur noch 70 km. Dort treffen wir auf die Asphalt-Strasse Richtung Atar.

atar - tidjikja - kiffa

In Atar leben die Einwohner hauptsächlich vom Tourismus. Die selbsternannten Guides nerven und die Händler wittern das Geschäft ihres Lebens.

Seit der Lektüre des Buches "Zu zweit gegen die Sahara" von Michael Asher ist für Rosmarie die Oase Chinguetti zu einem Sehnsuchtsort geworden.

Ein besonderes Erlebnis ist die Asphalt-Strasse von Atar nach Tidjikja - tadellos ausgebaut, voller Sandverwehungen, kaum Verkehr. Die ersten Rundhütten sehen wir in der Oase Terjit - Afrika-Feeling kommt auf.

Von Tidjika bis Kiffa geht die aride Landschaft langsam in Savanne über.

In Kiffa gibt es 3 Banken und einen Geldautomaten. Der Geldautomat funktioniert nicht und keine der Banken will Geld tauschen. Rosmarie wird offiziell an den "Marché Noir" in der "Epicerie as-Saada" bei der Kreuzung verwiesen. Der angebotene Umrechnungskurs ist eine Frechheit. Rosmarie zeigt dem Inhaber der Epicerie auf dem Handy den Umrechnungskurs von "Oanda". Ein bisschen kommt der Typ entgegen. Eine grosse Wahl haben wir nicht. Wir müssen dringend tanken.

bei den sahara-krokodilen

Im Dorf Foum el Cherat (70 km östlich von Kiffa) beginnt die Piste zum Guelta Matraucha. Relikte von Sahara-Krokodilen leben in dem abgelegenen Wasserloch. Wir zirkeln zwischen den Akazien hindurch und müssen ein tiefsandiges Oued queren. Dann erreichen wir den Stellplatz vor dem Canyon. Freche Paviane machen einen Riesenlärm. Wieviele Krokodile in diesem Guelta vorkommen, das konnten wir nicht herausfinden.

Wir müssen unbedingt einen anderen Rückweg finden. Fritz fährt einfach der Nase nach bis wir auf ein kleines Dorf stossen. Von dort führt eine sehr gute Piste zurück nach Foum el Cherat. Beim Aufpumpen der Reifen werden wir wieder einmal von einer Schar Kinder umringt.

von den sahara-krokodilen zur malischen grenze

Wir kaufen noch schnell ein und fahren dann durch eine Art "Monument Valley".

Kurz vor der Grenze zu Mali suchen wir einen sicheren Platz für die Nacht. In einer kleinen Siedlung bitten wir den "Chef du Village" um Camp-Erlaubnis. Kein Problem! Er fragt uns sogar, ob wir noch etwas bräuchten.