mali - burkina faso - togo 2019

mali

Bei der Ausreise aus Mauretanien müssen wir eine Entlastungserklärung für die mauretanischen Behörden unterzeichnen. Wir werden gewarnt, dass Mali ein sehr gefährliches Land sei.

Bereits in Rabat (Marokko) haben wir uns das Mali-Visum besorgt. Die Einreise nach Mali ist umkompliziert und das Carnet wird gestempelt.

Mit einem mulmigen Gefühl machen wir uns auf die Suche nach einem Lagerplatz. Wir fragen wieder einen "Chef du Village", ob wir am Rande des Dorfes campen dürfen. Beim Untergang der Sonne beginnt die Savanne zu leuchten. Die aufgekommenen Zweifel sind bald zerstreut.

Die Auswahl an Lebensmitteln hält sich in Grenzen.

Wieder einmal eine Strasse, die vom Fahrer und dem Material alles abverlangt - die RN3 nach Bamako.

Die Fulbe - Halbnomaden in der Sahelzone - legen oft hunderte von Kilometern zurück, um mit ihren Herden neue Weideplätze aufzusuchen. Da der Ackerbau immer mehr ausgedehnt wird, gibt es öfter Konflikte zwischen den Nomaden und den sesshaften Bauern. Die Zebus mit ihren Höckern machen mächtig Eindruck.

Wir kommen der Hauptstadt Bamako immer näher. Die Zivilisation hat uns wieder.

In Bamako fahren wir direkt zur Botschaft von Burkina Faso. Das Botschaftsviertel ist sehr ruhig und die Gebäude werden bewacht. Eine Bank und Fastfood-Stände befinden sich in Gehdistanz. Da das Visum erst am nächsten Tag ausgestellt wird, übernachten wir gleich an Ort und Stelle. Beim Abholen der Visa fragen wir noch nach der Sicherheitslage in Burkina Faso. Die Botschaftsangestellte meint, es sei wie überall auf der Welt. Alles liege in Gottes Hand.

Mit diesen Worten im Ohr fahren wir nachdenklich über den Niger.

An jeder Ecke wird warmes Essen angeboten. Wir kochen lieber selber.

Camp neben einer Präfektur nahe der Grenze zu Burkina Faso. Wir fragen meistens bei der Gendarmerie, dem "Chef du Village", in Ausnahmefällen bei der Präfektur, wo wir übernachten dürfen. Diese Bitte wurde uns nie verwehrt. Es soll uns nicht mehr passieren, dass wir mitten in der Nacht von der Gendarmerie "en brousse" aufgegriffen werden, weil die Behörden angeblich um unsere Sicherheit besorgt sind oder die Leute sich vor uns Weissen fürchten. Ja, es kommt vor, dass die Kinder bei unserem Anblick schreiend davonrennen.

burkina faso

Die Grenzbeamten sitzen draussen im Schatten und auch wir dürfen uns setzen. Wir fragen nach der Sicherheitslage in Burkina Faso. Alle Anwesenden fangen schallend an zu lachen. Kurz vorher wurde im Osten des Landes ein Anschlag auf die Personalbusse einer kanadischen Goldmine verübt. Auf jeden Fall fahren jetzt die meisten LKW's im Konvoi mit bewaffneter Eskorte. Diese privaten Sicherheitsfirmen sind keine Option für uns. Wir wollen dieses Land schnellstmöglich im Transit durchfahren.

Als erstes fallen uns die vielen chinesischen Mopeds auf.

Wie Personen und Waren transportiert werden.

Die "Marken-Tankstellen".

Kinder und Jugendliche, die Wäsche waschen.

Durch die Hauptstadt Ouagadougou kommen wir flott voran. Nach nur 2 Tagen in Burkina Faso stehen wir schon an der Grenze zu Togo. Wir sind nur tagsüber gefahren, haben immer in Dörfern übernachtet und uns nie unsicher gefühlt. Die Zöllner finden es schade, dass wir so wenig Zeit in ihrem Land verbracht haben.

togo

Etwa 30 km nach dem Grenzübergang biegen wir in einen Feldweg ab und landen bei einer Ansammlung von Rundhütten. Wir werden zum Dorfältesten geführt. Der betagte, blinde Mann findet es witzig, dass wir so weit fahren und ausgerechnet in seinem Dorf landen. Wir hätten sogar in seiner Hütte übernachten dürfen. Fritz zieht den Platz neben dem Dorfbrunnen vor. Den ganzen Tag holen Frauen und Kinder Wasser. Die Erwachsenen tragen eine Schüssel mit ca. 40 Litern auf dem Kopf nach Hause. Und auch hier ist das Handy ein Statussymbol.

Mehrere Rundhütten führen jeweils in einen Innenhof. Die meisten Familien halten sich Hausschweine und Hühner.

Auf dem lokalen Markt werden von Hilfsorganisationen gespendete Lebensmittel verkauft. Frauen bieten selbstgebrautes Hirsebier an. Dann werden wir zu einem Schulbesuch eingeladen. Dieser artet in einer penetranten Bettelei von der Schuldirektorin aus. Sie fordert neue Gebäude, Möbel und Schulmaterial. Die Unicef hat längst alles geliefert. Sie lassen es leider vergammeln.

Die schlecht gewarteten Fahrzeuge fordern ihren Tribut.

Im Ort Datcha sehen wir das Schild "Gendarmerie". Im Hof der Gendarmerie findet gerade eine Gerichtsverhandlung statt und in der Polizeistation sitzen zwei frisch verhaftete Männer. Wir bringen unser Anliegen nach einem Übernachtungsplatz vor. Die Polizisten sind sehr freundlich, nehmen unsere Personalien auf und verweisen uns auf den Dorfplatz. Wieder einmal sind wir mitten im Geschehen.

Obwohl wir die Visa für die nachfolgenden Länder bereits in der Tasche haben, brechen wir schweren Herzens unsere Reise an der Coco Beach in Lomé ab. Monate später wird sich zeigen, dass es die richtige Entscheidung war.